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Commerzbank: Stunde der Wahrheit

Schafft es die Commerzbank oder muss die zweitgrößte Bank Deutschlands verstaatlicht werden? Der Wettlauf mit der Zeit hat begonnen. Am 20. Januar muss das Konzept stehen, wie die Bank den erhöhten Kapitalanforderungen gerecht werden will. Ein Scheitern hätte negative Auswirkungen auf den Euro.

 

Schafft es die Commerzbank, die erhöhten Kapitalanforderungen aus eigener Kraft zu stemmen? Die Bank behauptet ja – Experten haben weiterhin ihre Zweifel.

Es gehört zur Strategie einer jeden Bank, bis zuletzt Durchhalteparolen auszugeben und Schwierigkeiten nicht einzugestehen – zu sehr wäre die Reputation in einem solchen Fall gefährdet. Vertrauen ist schließlich alles im Bankenwesen. Insofern dürfte es spannend werden, ob das Finanzinstitut die Prognose halten kann, es aus eigener Kraft zu schaffen.

Ein Blick auf den Aktienkurs bringt die Wahrheit schon näher: Wenn es tatsächlich so wäre, dass die Bank die Eigenkapitalanforderungen aus eigener Kraft stemmen könnte – sie quasi überm Berg wäre – dann müsste sich das schon längst im Kursniveau widerspiegeln. Doch die Aktie dümpelt in der Nähe der Tiefststände – kaum ein gutes Zeichen.

Dabei ist es gar nicht mal die Commerzbank selbst, welche in Schwierigkeiten steckt, sondern die Eurohypo. Die Tochter allerdings ist ein unkalkulierbares Schuldenpulverfass mit Ramschpapieren der Zukunft mehr als ungewiss ist. Deshalb stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob die 5 Milliarden, welche die Mutter nun zusammenkratzen muss, überhaupt ausreichen, um die Risiken abzudecken.

Der 20. Januar ist daher die Stunde der Wahrheit – nicht nur für die Commerzbank. Sollten die Erwartungen nicht erfüllt werden, dürfte dies auch Auswirkungen auf die Deutsche Bank und auf alle anderen Banken in Europa haben. Die Finanzbranche ist bereits angeschossen. Wenn die Commerzbank wieder an den Staatstropf muss, dann wird eine neue Ära eingeleitet.

Beim Scheitern der Commerzbank sind nicht nur negative Folgen für die Bankenbranche zu befürchten. Die Unsicherheiten in dem Sektor dürften unweigerlich aus Auswirkungen auf den Euro haben. Die Schwierigkeiten des Finanzsektors in der Eurozone werden auch durch den Kursverfall der Gemeinschaftswährung reflektiert. Insofern dürfte es am 20. Januar spannend werden.

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