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Deutsche Bank warnt: Zahlungsbilanzkrise in Euro-Zone

Target 2 Bombe: Deutsche Bank warnt vor Zahlungsbilanzkrise in der Euro-Zone. "Die Eurokrise ist die Spitze des Eisbergs über Wasser - unter Wasser liegt mit dem weitaus größeren Teil das Ungleichgewicht in den Leistungsbilanzen". - Deutschland ist per Target 2  zum größten Kreditgeber der Währungsunion geworden.

 

In der Eurozone schwielt ein gewaltiger Konflikt, der von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird. Darauf wies der Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Thomas Mayer am Mittwoch in Frankfurt hin. Das Problem ist eine Zahlungsbilanzkrise, warnt Mayer: "Die Eurokrise ist die Spitze des Eisbergs über Wasser - unter Wasser liegt mit dem weitaus größeren Teil das Ungleichgewicht in den Leistungsbilanzen". 

Die Zahlungsbilanzkrise sei laut Mayer ein dramatisches Hauptproblem mit explosivem Charakter, während die von Bundeskanzlerin Angela Merkel und anderen Politikern vorangetriebene Fiskalunion eher eine Nebenbaustelle darstelle. Allerdings werde diese Zahlungsbilanzkrise von vielen Marktteilnehmern unterschätzt.

Das Spannungsbarometer ist in Form von Target 2 abzulesen. Dies sei laut Mayer ein Gradmesser  der Zahlungsbilanzprobleme. Unter "Target 2" belaufen sich die Forderungen der Bundesbank an die Europäische Zentralbank auf fast 500 Milliarden Euro. Dies ist ein absoluter Rekordstand und die  Target 2 - Summe steigt weiter nach oben.

"Idealerweise sollte das System nahe Null tendieren", so der Deutsche-Bank-Chefvolkswirt. Experten sind sich schon längst sicher: die 500 Milliarden können praktisch nie mehr zurückgezahlt werden. Haften muss zum Schluss der deutsche Steuerzahler für das Miuns der anderen. Das bedeutet laut Mayer:  Deutschland ist  damit zum größten Kreditgeber der Währungsunion geworden, gefolgt von den Niederlanden, Luxemburg und Finnland.

Mit Target 2 stellt also die Bundesbank der EZB und damit den anderen Zentralbanken am deutschen Parlament vorbei ein Kredit von einer halben Billion Euro zur Verfügung ohne jede Sicherheit. Das ist eine "Rettungsmaßhname", deren Folgen in der Öffentlichkeit kaum diskutiert wird. Wichtig in diesem Zusammenhang: Die Zentralbanken in den Südstaaten sind praktisch pleite. Eine Rückzahlung ist damit praktisch ausgeschlossen. Insofern erfüllt die Bundesbank den Tatbestand der Veruntreuung. Doch weder Politker noch die Öffentlichkeit nehmen dieses Problem wirklich ernst.

Die größten Kreditnehmer im Target-2-System sind derzeit Italien mit rund 190 Milliarden Euro, gefolgt von Spanien (150 Milliarden), Irland (120 Milliarden) und Griechenland (106 Milliarden Euro).

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