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UN will Limonaden-Steuer

UN-Berichterstatter will Sondersteuer auf Softdrinks und andere ungesunde Lebensmittel. "Steuern auf Limonaden, salz-, zucker- und fettreiche erheben, um stattdessen den Zugang zu Obst und Gemüse zu subventionieren".

 

Der UN-Sonderberichterstatter für Ernährung, Olivier de Schutter, fordert einem Medienbericht zufolge eine Sondersteuer auf Softdrinks und andere ungesunde Lebensmittel. "Steuern auf Limonaden, salz-, zucker- und fettreiche erheben, um stattdessen den Zugang zu Obst und Gemüse zu subventionieren", ist eine der brisanten Forderungen aus dem Bericht des Belgiers an den UN-Menschenrechtsausschuss, der der Tageszeitung "Die Welt" (Dienstagsausgabe) vorliegt.
 
De Schutter fordert, Subventionen für die Agrarindustrie auf der ganzen Welt neu zu regeln, weil sie erst dazu geführt hätten, dass ungesundes Essen und süße Softdrinks vielfach billiger seien als frische Produkte: "Die bestehenden Subventionen müssen nun überarbeitet werden, um Agrarpolitik mit der Erfordernis angemessener Ernährung in Einklang zu bringen", heißt es in dem Bericht. De Schutter will der Nahrungsmittelindustrie zudem die Werbung für ungesunden so genannten Junk-Food erschweren.

Eine  Regulierung für Nahrungsmittel-Marketing sei der "effektivste Weg, um an Kinder adressierte Marketingstrategien für ungesundes Essen zu verbieten" und diejenigen an Erwachsene einzuschränken. Der Juraprofessor aus dem beglischen Löwen ist seit vier Jahren als Nachfolger des Schweizers Jean Ziegler UN-Sonderberichterstatter.

"Die derzeitigen Ernährungssysteme sind zutiefst dysfunktional", schreibt de Schutter. "Die Welt zahlt einen exorbitanten Preis dafür, dass sie es nicht schafft, gesundheitliche Aspekte bei der Regulierung der Nahrungsmittelindustrie zu berücksichtigen." So steige die Zahl der Menschen an, die an den Folgen von Übergewicht stürben - Erkrankungen, die "vor allem mit ungesunder Ernährung zu tun haben, sind nicht mehr auf reiche Länder beschränkt", heißt es in dem Bericht. "2030 werden in armen Ländern 5,1 Millionen Menschen unter 60 an solchen Krankheiten sterben, heute sind es 3,8 Millionen im Jahr."
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