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Piraten lösen Grüne ab

Es wird Zeit, die Piraten endlich ernst zu nehmen. Denn es kann sein, dass mit dem Aufstieg der Piraten für lange Zeit keine andere Regierung mehr möglich wird - außer durch eine große Koalition.


von Rolf Ehlers

Wer nur gegen die Regierung protestieren will, hat mit den Grünen und der Linken eigentlich eine ausreichende Auswahl. Wer aber den volksfeindlichen Politikstil aller etablierten Parteien ablehnt, sollte sich die Piraten näher ansehen.


Die Piraten fingen an als ein Haufen Computer-Nerds, die größten Wert auf die Intenetfreiheit legen. Wie damals die Grünen, kamen auch die Piraten bei älteren Bürgern lange nicht gut an, weil die Piraten ihnen zu gammelig auftraten. Inzwischen präsentieren die Piraten aber frische Gesichter unverdorbener aufgeweckter junger Leute wie Sebastian Nerz, Bernd Schlömer, Marina Weisband, Jens Seipenbusch. Christoph Lauer, Jasmin Maurer und Hartmut Semken, um nur ein paar zu nennen.


Ebenso wichtig wie ihre Köpfe ist ihre Entscheidung für eine basisdemokratische Politik. Dabei kommt es nicht darauf an, ob sie sich mit ihrem Modell der „liquid democracy“ durchsetzen können. Sie kommen an, weil sie diskussionsfähig und glaubhaft sind, nicht weil sie in allem den Stein der Weisen gefunden hätten. Eine Hoffnung auf eine neue Politik gibt die von ihnen vehement geforderte neue Transparenz des Staatswesens.


Inzwischen haben die Piraten zu den meisten wichtigen politischen Fragen eine eigene Parteimeinung entwickelt. Unter ihren Mitgliedern sammelt sich derzeit zudem eine Mehrheit gegen den Afghanistan-Einsatz. Mit den Fragen der „Euro-Rettung“ tun sie sich noch schwer. Diese Offenheit macht sie natürlich zu möglichen Koalitionspartnern. Die CSU schielt schon ganz offen in ihre Richtung, weil es schlimmer als mit der FDP ja nun nicht mehr werden kann und weil sie einen Gegenpol zur SPD braucht.

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