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IWF: Keine Brandmauer je hoch genug

Der stellvertretende Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF): Wenn Euro-Länder nicht ihre Hausaufgaben machen "gibt es keine Brandmauer auf der ganzen Welt, die jemals hoch genug sein wird“. Europa wird weiter im Fokus der Weltwirtschaft stehen.

 

Der stellvertretende Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), David Lipton, warnt nach der Ressourcenaufstockung des IWF vor dem Trugschluss, dass die europäische Schuldenkrise nun eingedämmt sei. Das Entscheidende sei, dass die Euro-Länder ihre Hausaufgaben machten. „Wenn sie die richtigen Wirtschaftsmaßnahmen auf den Weg bringen, sind die Rettungsschirme groß genug. Tun sie das nicht, gibt es keine Brandmauer auf der ganzen Welt, die jemals hoch genug sein wird“, sagte Lipton in einem Interview mit der „Welt“ (Dienstagsausgabe).

 

Anders als Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht Lipton die Euro-Zone weiterhin im Epizentrum der weltwirtschaftlichen Probleme. „Es gibt etliche Regionen auf der Welt, die vor großen Herausforderungen stehen. Ich würde Europa dazu zählen“, so Lipton. Der Finanzexperte zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Ressourcenaufstockung zu einer Beruhigung auf den Finanzmärkten führen werde. „Wir müssen auch für künftige Krisen gewappnet sein. Das sind wir mit der beschlossen Aufstockung, und das allein wird für mehr Vertrauen auf den Finanzmärkten sorgen.“ Die zugesagten Kreditlinien der nationalen Notenbank könnten sehr schnell abgerufen werden, wenn es nötig sei.

 

Der Stellvertreter von Christine Lagarde warnte Europa allerdings davor, zu einseitig auf Sparprogramme zu setzen. Die Konsolidierung müsse „in einem sinnvollen Tempo“ ablaufen.  „Wenn einige Euro-Länder nicht drastisch sparen, wird es keine Stabilität auf den Finanzmärkten geben. Aber wenn auf der anderen Seite Wachstum wegbricht und die Konjunktur stagniert, dann können die Länder sparen wie sie wollen, es wird wenig nützen“, so Lipton. Deutschland forderte er indirekt auf, seine Binnennachfrage zu stärken. Deutschlands Konjunktur sei sehr stark, so Lipton. „Aber wenn wir über die Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft reden müssen alle Länder sich die Frage stellen, wie sie für nachhaltiges Wachstum sorgen können.“

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