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BDI: Deutschland bald Planwirtschaft

Markus Kerber, Hauptgeschäftsführer des BDI: "Auf dem Weg in eine immer stärker gelenkte Marktwirtschaft". Mit Sorge beobachte er eine zunehmend "marktfeindliche Stimmung gerade in der Politik".


Deutschland sei auf dem Weg, seine derzeitigen wirtschaftlichen Erfolge zu verspielen, befürchtet Markus Kerber, der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Mit Sorge beobachte er eine zunehmend "marktfeindliche Stimmung gerade in der Politik", sagte Kerber der Online-Ausgabe der Zeitschrift manager magazin. Diese Entwicklungen ließen ihn daran zweifeln, ob die deutsche Wirtschaft "auch weiterhin so erfolgreich bleiben" könne. Kerber sieht die Gefahr, dass Deutschland eine "immer stärker gelenkte Marktwirtschaft" werde.

Der BDI-Vormann sieht es als problematisch an, dass die Politik dabei sei, aus der Finanzkrise den falschen Schluss zu ziehen, nämlich "dass man dem Marktmechanismus und seinen Resultaten prinzipiell nicht trauen kann". Mit dieser Haltung lasse sich die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft auf Dauer nicht erhalten.

Als Grundfehler des deutschen Systems bezeichnete Kerber in dem Interview die große Distanz zwischen den Eliten in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft: "Politiker schimpfen auf die Manager, Manager auf die Politik. So kommen wir nicht weiter." Der oberste Industriefunktionär kritisierte, dass es sowohl in der Politik als auch in der Wirtschaft zu technokratisch zugehe. "Das Unternehmerische gerät in den Hintergrund. Was fehlt, ist die Begeisterung dafür, die Welt besser machen zu wollen."

Defizite sieht Kerber vor allem in der Europa-Politik. Da gehe es vor allem um rechtstechnische Ansätze, es fehle aber an inhaltlicher Orientieru ng. "Wir müssen den Bürgern Europas erklären, wie das Europa 2020 aussehen soll."

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