Ryanair unsicher?

Wie sicher ist Ryanair? Chef der Fluglinie widerspricht Anschuldigungen der spanischen Behörden, seine Maschinen seien nicht ausreichend betankt gewesen. - Drei Notlandungen in einer Woche. Passagiere verunsichert. Viel Ärger über extreme versteckte Kosten in sogenannten Billig-Tickets

 

So manch einer hat mit Ryanair schon sehr unliebsame Erfahrungen gemacht. Billig sind zwar die Lockpreise, aber alles andere ist extrem teuer. Die Zusatzkosten übertreffen oft gar die Tarife der Lufthansa - nur das merkt der Passagier erst am Flughafen, wenn er zu viel Gepäck dabei hat oder nicht richtig eingecheckt hat. Dann wirds teuer.

Umsonst gezahlt hat man auch, wenn man nicht auf die Minute pünktlich zum Abflug erscheint. Minimum ist 30 bzw. 40 Minuten. Wer auch nur eine Minute zu spät kommt, der darf nicht mehr mit - selbst wenn der Flug Verspätung hat. Strikte Regularien und irrsinnige Nebenkosten, das ist das Geschäftkonzept von Ryanair. Das Flugticket selbst scheint dabei nur noch ein Lockmittel, um unerfahrene Passagiere anzulocken. Doch wer sich nicht auskennt, zahlt kräftig drauf und wäre mit einem teuren Ticket einer normalen Airline oft billiger weggekommen.

Doch nun gibt es eine neue Frage, die in Zusammenhang mit Ryanair auftaucht: Ist die Airline etwa unsicher?

Ryanair-Chef Michael O'Leary wehrt sich gegen Vorwürfe, dass die jüngsten Notlandungen der Billig-Fluggesellschaft im spanischen Valencia auf Sicherheitsprobleme hindeuten könnten. Die Notlandungen waren ein „außergewöhnliches Ereignis“, sagte er der Financial Times Deutschland (Freitagausgabe). „Jede der drei Maschinen hatte genug Treibstoff an Bord, dass es für 90 Minuten über der geplanten Landezeit reichte. Die Flugzeuge mussten jedoch rund eine Stunde nach der geplanten Landezeit in einer Warteschleife über Valencia kreisen. Das ist nicht normal.“

 

Im Auftrag des Verkehrsministeriums untersucht die spanische Flugsicherheitsbehörde (AESA) derzeit drei Vorfälle, die sich schon am 26. Juli ereigneten. Wegen eines Gewitters mussten an dem Tag zahlreiche Flugzeuge mit Flugziel Madrid nach Valencia umgeleitet werden. Drei Ryanair-Maschinen mussten hierbei den Notruf Mayday ausgeben, da die Kerosinmenge ein vorgeschriebenes Minimum erreicht hatte. Die spanische Luftsicherheitsbehörde will nun prüfen, ob die Maschinen zu knapp betankt wurden. 
 
„Ryanair operiert wie alle anderen europäischen Fluglinien“, sagte O'Leary. Die Airline erfülle die Sicherheitsvorschriften des Herstellers Boeing und der Europäischen Agentur für Flugsicherheit. „Unsere Treibstoffpolitik funktioniert.“ Die Maschinen nach Madrid seien mit zusätzlich 50 bis 60 Prozent des für die Strecke notwendigen Treibstoffs betankt gewesen. „Wenn ein Pilot mehr als diese Menge mitnimmt, dann muss er das begründen. Das ist kein Druck. Das ist ein völlig vernünftiges Verfahren“, so O’Leary. „Ryanair hat zu keinem Zeitpunkt die Sicherheit der Passagiere gefährdet. Die Passagiere waren genervt, weil sie eine zusätzliche Stunde in der Luft warten mussten.“ 

 

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