Russland: Zypern Diebstahl

Medwedew: "Meiner Meinung nach geht der Diebstahl von dem, was bereits gestohlen wurde, weiter" Deshalb müsse Russland klären, „was aus dieser ganzen Geschichte wird und welche Folgen für das internationale Finanzsystem und auch für unsere Interessen entstehen werden.“

 

Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew hat mit Empörung auf den Rettungsplan für Zypern reagiert, der mit massiven Verlusten für ausländische Anleger auf der Mittelmeerinsel verbunden ist. "Meiner Meinung nach geht der Diebstahl von dem, was bereits gestohlen wurde, weiter", sagte Medwedew am Montag vor Regierungsvertretern in Moskau.

Nachdem die EU ein Rettungspaket für Zypern gebilligt hat, nimmt der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew Stellung zur Situation in dem Inselstaat, der der Staatspleite nun entkommen zu sein scheint.  

„Meiner Meinung nach raubt man dort das Geraubte weiter“, sagte Medwedew am Montag in einer Besprechung mit seinen Stellvertretern. Deshalb müsse Russland klären, „was aus dieser ganzen Geschichte wird und welche Folgen für das internationale Finanz- und Währungssystem und auch für unsere Interessen entstehen werden.“

Die EU-Finanzminister haben am frühen Montagmorgen einem Rettungsplan für Zypern zugestimmt und damit den Staatsbankrott der Insel abgewendet. Laut dem Plan, der Kredithilfen von zehn Milliarden Euro beinhaltet, sollen Kleinsparer verschont bleiben, Gutbetuchte jedoch zur Kasse gebeten werden. Einlagen bis zu 100 000 Euro sollen garantiert werden, während höhere Guthaben mit Zwangsabgaben von bis zu 40 Prozent belegt werden könnten. Die Steueroase Zypern ist unter russischen Unternehmern sehr beliebt. Etliche Großunternehmen haben auf der Insel registrierte Besitzer und Konten bei zypriotischen Banken.

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