DGB NRW: Enteignungen für Energiewende denkbar

Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in NRW: "Wir benötigen dringend neue Windräder." - Enteignungen als letztes Mittel denkbar.

 

Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in NRW, Anja Weber, hat entschiedenere Anstrengungen bei der Umsetzung der Energiewende angemahnt.

"Die Energiewende ist gesellschaftlicher Konsens, aber viel zu häufig geht es nach dem Motto: `Ja, gerne, aber nicht vor meiner Haustür`", sagte sie der "Rheinischen Post".

Neben einer frühzeitigen Bürgerbeteiligung müsse man zu schnelleren Entscheidungen kommen, "ohne natürlich demokratische Rechte zu beschneiden". Das sei eine politische Aufgabe.

Auf die Frage, ob auch Enteignungen gegen Entschädigungen wie im Bergbaurecht denkbar seien, sagte sie: "Ja, aber sicherlich ist das ein letztes Mittel."

Zugleich kritisierte Weber die Landespolitik: "Wir benötigen dringend neue Windräder. Was macht die Landesregierung? Sie macht einen Abstandserlass, der dazu geführt hat, dass im ersten Halbjahr 2019 nur 14 neue Windräder in NRW gebaut wurden."

Das seien 80 Prozent weniger als in den beiden Vorjahren. "Der Ministerpräsident redet über Klimaaußenpolitik, statt zu Hause den Ausbau der Erneuerbaren voran zu treiben. Das ist fahrlässig", kritisierte Weber.
 

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