Der Ärger über die Benzinpreise ist gewaltig. Doch der Ärger über höhere Bierpreise trifft den Verbraucher am Feierabend.
Von Meinrad Müller
Bier, ob Pils, Alt oder Weizen, kommt nicht aus der Fabrik und auch nicht aus einer geheimen Quelle im Wald. Bier wird erzeugt aus Getreide, aus Gerste, aus Weizen, dazu Hopfen, in manchen Ländern sogar Mais. Und damit dieses Getreide wächst, muss der Boden kräftig gedüngt werden.
Pferde-, Hühner- oder Kuhmist reichen längst nicht mehr aus. Also greifen die Bauern zu Kunstdünger. Dieses kleine Granulat kennt jeder aus dem Baumarkt für den eigenen Garten. Ohne diese Kügelchen keine blühenden Landschaften hinterm Haus. Doch die Bauern kaufen das nicht sackweise, sondern tonnenweise.
Weniger Dünger, weniger Gerste, teureres Bier
Eine Tonne (20 Säcke à 50 kg) dieses Harnstoffs kostete lange Zeit etwa 250 bis 350 Euro. Jetzt liegt der Preis bereits bei bis zu 700 Euro pro Tonne. Verdreifacht. Und die Bauern können rechnen. Sie stellen sich die einfache Frage: Lohnt es sich überhaupt noch, diesen teuren Dünger auszubringen?
Landwirtschaftliche Zeitungen berichten bereits, dass viele Betriebe beim Einkauf zurückhaltend werden. Für einen mittelgroßen Hof sind 5.000 Euro für Dünger schnell erreicht. Diese 5.000 Euro passen auf einen einzigen Anhänger. Und genau dieser Anhänger bleibt jetzt öfter stehen.
Weniger Gerste, weniger Weizen, höherer Bierpreis
Wenn weniger Dünger auf den Acker kommt, wächst weniger. Das ist keine Theorie, das ist Alltag auf dem Feld. Weniger Gerste bedeutet weniger Rohstoff für die Brauereien. Die brauchen dieses Getreide, um Bier herzustellen.
Bier und Irankrieg, alles hängt zusammen
Ein großer Teil dieses Harnstoffs kommt aus der Region rund um den Persischen Golf. In manchen Jahren stammt von dort fast die Hälfte der weltweiten Produktion. Das ist kein Zufall. Für die Herstellung wird Erdgas benötigt, und davon gibt es dort mehr als genug. Sind die Anlagen zerbombt, kann kein Dünger erzeugt werden.
Wer jetzt eine gute Investition machen will: Ein 50 Kisten Bier im Keller wären eine geniale Investition in Sachwerte und Krisenvorsorge.
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