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Beruht der KI-Reichtum auf gestohlenem Wissen?

Nvidia ist fast fünf Billionen Dollar wert, Anthropic fast eine Billion. Senator Bernie Sanders will nun 50 Prozent des Firmenwertes großer KI-Konzerne dem Staat zuschlagen. Das klingt nach Enteignung. Aktueller könnte sein Vorschlag kaum sein, denn heute geht Elon Musk mit SpaceX an die Börse, zu dem inzwischen auch die Künstliche Intelligenz xAI gehört.

Von Meinrad Müller

Sanders sagt: KI beruht auf gestohlenem Wissen

Bernie Sanders ist kein Unbekannter. Der Senator aus Vermont wollte zweimal für die Demokraten ins Weiße Haus einziehen. 2016 scheiterte er an Hillary Clinton, 2020 an Joe Biden. Der Mann ist inzwischen 84 Jahre alt, aber von Ruhestand keine Spur. Jetzt hat er die Künstliche Intelligenz im Visier.

Teilenteignung der Künstlichen Intelligenz

Für Anleger klingt Sanders’ Vorschlag wie ein politischer Überfall. Wer 50 Prozent eines Firmenwertes an den Staat abtreten soll, erlebt keine freundliche Steuererhöhung, sondern eine Teilenteignung. Dazu käme staatliches Mitspracherecht. Der Staat säße nicht nur an der Kasse, sondern auch mit am Tisch.

Er sagt sinngemäß, die KI-Konzerne hätten ihr wertvollstes Rohmaterial nicht gekauft. Sie hätten es aus Büchern, Artikeln, Bildern, Programmen, Videos, Liedern, Gesprächen und Millionen Internetseiten abgezogen. US-Verlage und Autoren sehen das genauso. Sie klagen, weil ihre Texte ohne Erlaubnis in die KI-Maschinen gesaugt wurden.

Früher war Öl der große Rohstoff.

Heute ist es Wissen. Norwegen machte aus Öl einen Staatsfonds. Sanders will aus dem KI-Reichtum nun ebenfalls einen Fonds für die Allgemeinheit machen. Der Unterschied ist nur, dass beim Öl in der Erde gebohrt wurde. Bei der KI wurde in Archiven, Büchern, Webseiten und Datenbanken gebohrt. Wissen, das Generationen von Menschen erarbeitet haben.

KI sammelt Texte nicht, um später freundlich auf den Urheber zu verweisen wie Google. Sie sammelt Texte, Bilder und Wissen, um sich alles einzuverleiben. So entstanden Supergehirne, von dort kommt eine Antwort heraus, glatt wie ein frisch gebügeltes Hemd. Der Nutzer bekommt sein Ergebnis und die KI verdient an Millionen zahlenden Kunden. Der ursprüngliche Autor steht draußen vor der Tür und darf durch das Schlüsselloch zusehen. Er verdient keinen Cent.

Eine Steuer auf Diebesgut

Man muss Sanders politisch nicht mögen. Aber an dieser Stelle bohrt der alte Mann an der richtigen Wand. Wenn ein Handwerker einem anderen den Werkzeugkasten ausräumt und danach eine eigene Firma eröffnet, spricht niemand von Innovation. Bei der Künstlichen Intelligenz geschieht etwas Ähnliches, nur mit schöneren Büros, besseren Anwälten und einem höheren Aktienkurs.

Man könnte Sanders Vorschlag vornehm einen Staatsfonds nennen. Am Küchentisch versteht man es schneller. Es wäre eine Steuer auf Diebesgut.

Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p

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