Euro-Bonds durch Hintertür

Staatliche Schuldenmanager gegen neue Euro-Anleihen

 

Die europäischen Schuldenagenturen lehnen den Vorschlag für neue gebündelte Euro-Staatsanleihen ab. In einem internen Brief warnen sie die EU-Kommission, die Einführung so genannter Sovereign-Bond-Backed-Securities (SBBS) drohe die Funktion des europäischen Staatsanleihenmarktes zu gefährden.

Es müsse überlegt werden, ob die Diversifizierung von Risiken in Bankbilanzen „nicht auf andere Weise erreicht werden kann als durch die Schaffung eines strukturierten Instruments, das die Kosten der Steuerzahler vergrößern würde“, schreibt die Vorsitzende der europäischen Schuldenagenturen, Anne Leclerq, in dem unveröffentlichten Brief aus dem Vorjahr, der dem Handelsblatt vorliegt.

Am Montag präsentierte eine Arbeitsgruppe unter Führung des irischen Notenbank-Präsidenten Philip Lane einen Vorschlag für die Einführung von SBBS. Die neuen Anleihen sollen euro päische Staatsanleihen bündeln und Ansteckungsgefahren bei Banken- und Staatspleiten sinken lassen. Eine gemeinsame Haftung der Euro-Länder soll es laut Lane aber nicht geben.

Die europäischen Schuldenagenturen, die in der Regel untergeordnete Behörden ihres Finanzministeriums und damit weisungsgebunden sind, haben jedoch grundsätzliche Zweifel an dem Instrument. Ob die Anleihen wirklich auf ausreichend Nachfrage treffen, müsse sich angesichts der Skepsis der Investoren erst noch zeigen.

Um sie Investoren schmackhaft zu machen, müsse es daher mindestens zu Beginn eine Art Liquiditätsprämie geben. „Diese Kosten müsste letztlich der Steuerzahler tragen“, heißt es in dem Brief.

Vor allem aber fürchten die Schuldenmanager, SBBS könnten „einen negativen Effekt auf die Preisbildung und Liquidität existierender Staatsanleihen“ haben. Die neuen Anleihen könnten „dem effizienten Funktionieren des zugrunde liegenden Staatsanlei hen-Marktes schaden und neue Risiken produzieren, namentlich beim Marktzugang und der Ablösung von Altschulden eines jeden Staates“.

Zudem könnten die Anleihen mit Blick auf die Stabilität der Euro-Zone „kontraproduktiv“ wirken, da sie die Frage stellen, wie Staatsbankrotte im Euro-Raum abgewickelt werden sollen.

 

Edelmetalle:

Gold beginnt die neue Handelswoche weitgehend unverändert bei knapp 1.350 USD je Feinunze. Die spekulativen Finanzanleger haben ihre Wetten auf steigende Preise nicht weiter deutlich ausgeweitet und auch die ETF-Investoren hatten sich letzte Woche mit Käufen eher zurückgehalten.

Wir gehen davon aus, dass im Wochenverlauf wieder Schwung in den Markt kommen wird. Denn zum einen findet am Mittwoch die Fed-Sitzung statt, die zum letzten Mal von Janet Yellen geleitet wird. Zum anderen wird am Freitag die US-Arbeitsmarktstatistik für Januar veröffentlicht. Je nachdem, wie stark diese Ereignisse den US-Dollar beeinflussen, wird es wohl entsprechend Ausschläge beim Goldpreis geben.

Die Schweizer Handelsstatistik, die morgen veröffentlicht wird, dürfte dagegen von untergeordneter Bedeutung sein. Bereits vorliegende Daten aus Hongkong hatten schon gezeigt, dass China im letzten Jahr wenig Gold importiert hat. Daher ist interessanter, ob sich die etwas höhere Goldnachfrage der Vormonate in Indien auch im Dezember fortgesetzt hat. (Via Commerzbank Commodity Research)

Videos:

Haftungsausschluss

Diese Internet-Präsenz wurde sorgfältig erarbeitet. Der Herausgeber übernimmt für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den aufgeführten Informationen, Empfehlungen oder Hinweisen resultieren, keine Haftung. Der Inhalt dieser Homepage ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Die Informationen sind keine Anlageempfehlungen und stellen in keiner Weise einen Ersatz für professionelle Beratung durch Fachleute dar. Bei Investitionsentscheidungen wenden Sie sich bitte an Ihre Bank, Ihren Vermögensberater oder sonstige zertifizierte Experten.


Für Schäden oder Unannehmlichkeiten, die durch den Gebrauch oder Missbrauch dieser Informationen entstehen, kann der Herausgeber nicht - weder direkt noch indirekt - zur Verantwortung gezogen werden. Der Herausgeber übernimmt keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen auf seiner Internet-Präsenz.

 

Vorsorglicher Hinweis zu Aussagen über künftige Entwicklungen
Die auf dieser Website zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen geben subjektive Meinungen zum Zeitpunkt der Publikation wider und stellen keine anlagebezogene, rechtliche, steuerliche oder betriebswirtschaftliche Empfehlung allgemeiner oder spezifischer Natur dar.

Aufgrund ihrer Art beinhalten Aussagen über künftige Entwicklungen allgemeine und spezifische Risiken und Ungewissheiten; und es besteht die Gefahr, dass Vorhersagen, Prognosen, Projektionen und Ergebnisse, die in zukunftsgerichteten Aussagen beschrieben oder impliziert sind, nicht eintreffen. Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass mehrere wichtige Faktoren dazu führen können, dass die Ergebnisse wesentlich von den Plänen, Zielen, Erwartungen, Einschätzungen und Absichten abweichen, die in solchen Aussagen erwähnt sind. Zu diesen Faktoren zählen

(1) Markt- und Zinssatzschwankungen,

(2) die globale Wirtschaftsentwicklung,

(3) die Auswirkungen und Änderungen der fiskalen, monetären, kommerziellen und steuerlichen Politik sowie Währungsschwankungen,

(4) politische und soziale Entwicklungen, einschliesslich Krieg, öffentliche Unruhen, terroristische Aktivitäten,

(5) die Möglichkeit von Devisenkontrollen, Enteignung, Verstaatlichung oder Beschlagnahmung von Vermögenswerten,

(6) die Fähigkeit, genügend Liquidität zu halten, und der Zugang zu den Kapitalmärkten,

(7) operative Faktoren wie Systemfehler, menschliches Versagen,

(8) die Auswirkungen der Änderungen von Gesetzen, Verordnungen oder Rechnungslegungsvorschriften oder -methoden,

Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass die oben stehende Liste der wesentlichen Faktoren nicht abschliessend ist.

Weiterverbreitung von Artikeln nur zitatweise mit Link und deutlicher Quellenangabe gestattet.

 

© 2017 MMnews.de

Please publish modules in offcanvas position.