Ein historisches Urteil des EU-Gerichtshofs in der Super League-Affäre könnte die europäische Fußballlandschaft revolutionieren, denn es besagt, dass die von der FIFA und der UEFA auferlegten Regeln für den neu gegründeten europäischen Wettkampf gegen das EU-Recht verstoßen und den Vereinen schaden.
Die Aktien von Juventus, einem der Vereine, die für die Super League werben, sind an der Börse bereits um 5% gestiegen, was die unmittelbare Wirkung des Urteils unterstreicht.
Warum FIFA und UEFA so hart gegen die Super League vorgehen
Die Hauptgründe für die harte Haltung der FIFA und der UEFA gegenüber dem Super-League-Block sind nicht nur sportlicher und ethischer Natur, sondern auch klare wirtschaftliche Interessen. Mannschaften wie Juventus und Real Madrid sind nicht nur Protagonisten auf der europäischen Sportszene, sondern auch auf der internationalen Wirtschafts- und TV-Rechtsszene.
Das große Risiko, das die UEFA sieht, ist auf die Position der führenden Vereine in der Super League zurückzuführen: Es handelt sich um Vereine, die in den UEFA-Wettbewerben eine dominante Position, oft als Favoriten, einnehmen und eine sehr große Anhängerschaft haben, die die Sichtbarkeit der Wettbewerbe drastisch verringern würde. Das Szenario eines Abschieds von den UEFA-Wettkämpfen und des Aufkommens eines neuen externen Wettbewerbs wie der Super League wäre sowohl für die Kassen der Organisationen als auch für den Verlust des sportlichen Werts, dem die UEFA-Trophäen unterliegen würden, besonders belastend.
FIFA- und UEFA-Reglement unter Anklage
Der UEFA-Gerichtshof erklärte, dass die Regeln, die eine vorherige Genehmigung von Vereinsfußballwettbewerben wie der Super League vorschreiben, gegen das UEFA-Recht verstoßen und die Grundsätze des Wettkampfs und des freien Dienstleistungsverkehrs verletzen. Der EU-Gerichtshof wies insbesondere auf den Mangel an Transparenz, Objektivität, Nichtdiskriminierung und Verhältnismäßigkeit in den von der FIFA und der UEFA aufgestellten Regeln hin.
Ausschließliche Kontrolle der Medienrechte
Das Urteil unterstreicht die Rechtswidrigkeit von Vorschriften, die Organisationen die ausschließliche Kontrolle über die kommerzielle Verwertung von Rechten an Vereinswettbewerben geben. Eine solche Kontrolle, so der Gerichtshof, schränkt den Wettkampf ein und verhindert den freien Verkehr, was den Medien, den Verbrauchern und den Zuschauern in der Europäischen Union schadet.
Missbrauch einer beherrschenden Stellung
Nach Ansicht des EU-Gerichtshofs missbrauchen die FIFA und die UEFA ihre marktbeherrschende Stellung bei der Festlegung der Marktzugangsbedingungen für potenziell konkurrierende Unternehmen. Das Fehlen transparenter, objektiver, nicht diskriminierender und verhältnismäßiger Kriterien bei den Befugnissen dieser Organisationen macht sie für den Missbrauch einer beherrschenden Stellung haftbar.
Schäden für Fußballvereine und Verbraucher
Das Urteil verdeutlicht, wie die Regeln für die Verwertung von Medienrechten den europäischen Fußballvereinen, den Teilnehmern des Medienmarktes und letztlich den Verbrauchern und Zuschauern schaden. Indem es sie daran hindert, in den Genuss neuer und potenziell innovativer Wettkämpfe zu kommen, zeigt es die negativen Auswirkungen der von der FIFA und der UEFA auferlegten Beschränkungen.
Was könnte jetzt passieren?
Das Urteil des EU-Gerichtshofs stellt einen Meilenstein in der Welt des europäischen Fußballs dar und ebnet den Weg für eine Neudefinition der Regeln und Vorschriften für diesen Sektor. Juventus und andere Vereine könnten von dieser Änderung profitieren, während die Verbraucher sich auf dynamischere und innovativere Wettkämpfe freuen können. Es bleibt abzuwarten, wie die beteiligten Organisationen auf dieses bahnbrechende Urteil reagieren werden und wie sich die europäische Fußballlandschaft in den kommenden Jahren entwickeln wird.



