In der Partnerschaft sorgt Sex für eine tiefere emotionale Verbundenheit. Das zumindest sagten 56 Prozent der Männer, die 2023 im Rahmen einer Elite-Partner-Studie befragt wurden. Bei den Damen stimmten weniger als die Hälfte – 42 Prozent – dieser Aussage zu.
Die Diskrepanz zwischen den Geschlechtern beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Relevanz des Geschlechtsakts. Auch bei den Vorlieben gibt es starke Unterschiede, über die jedoch selten gesprochen wird. Denn nach wie vor scheint Sex in Deutschland ein Tabuthema zu sein.
Nur 46 Prozent der Deutschen können sexuelle Fantasien in der Partnerschaft ausleben
Nicht einmal jeder zweite Bundesbürger kann in der Beziehung auch nur den Großteil der eigenen sexuellen Wünsche ausleben. Einer der Gründe: Über die Sexfantasien werde viel zu wenig gesprochen.
Nur 49 Prozent der Männer trauen sich, ihre Bedürfnisse offen und ehrlich zu kommunizieren. Bei Frauen sind es gerade einmal 46 Prozent.
Dabei sind offene Gespräche ein entscheidendes Element für ein erfülltes Sexleben. Sollen nun eine neue Stellung ausprobiert werden oder Sexspielzeuge wie Vibrator und Strap-on ins Schlafzimmer einziehen.
Bleiben Fantasien und Vorlieben unerfüllt, kann langfristig die Partnerschaft darunter leiden. Daher wünschen sich 37 Prozent der Männer und 19 Prozent der Frauen von ihren Partnern mehr sexuelle Offenheit. Diese könne wiederum zu mehr Interaktion im Schlafzimmer führen…
Sexhäufigkeit beeinflusst die Zufriedenheit in der Beziehung
… und häufiger Sex gehört zu den Faktoren für eine hohe Beziehungszufriedenheit. Zumindest bei jungen Erwachsenen.
Ein internationales Forscherteam wertete 2025 die Beziehungsdaten von 2.100 Paaren aus. Das Ergebnis: Die meisten Paare – mehr als 86 Prozent – die angaben, mit ihrer Beziehung zufrieden zu sein, schliefen häufig miteinander. Mindestens einmal in der Woche.
3,6 Prozent der Befragten waren in ihrer Partnerschaft dagegen weniger glücklich. Gleichzeitig waren sie auch weniger sexuell aktiv. Nur zwei- bis dreimal im Monat widmeten sie sich der schönsten Nebensache der Welt.
Der Schluss, den die Wissenschaftler daraus zogen: Die Sexhäufigkeit könne sich direkt auf die Zufriedenheit mit der eigenen Beziehung auswirken.
Bei einem Viertel der Deutschen löst Sex Selbstzweifel aus
Ist Sex also das Allheilmittel in einer Partnerschaft? Nein, denn das Liebesspiel hat auch seine Schattenseiten. Laut der Elite-Partner-Studie aus dem Jahr 2023 kann es gar Selbstzweifel und Leistungsdruck auslösen.
Knapp 25 Prozent der Befragten – sowohl Männer als auch Frauen – fürchteten, den Partner oder die Partnerin nicht befriedigen zu können. 23 Prozent der männlichen Probanden sowie 22 Prozent der weiblichen zweifelten sogar stark an den eigenen Fähigkeiten im Bett.
Neben dem Performancedruck, dem 34 Prozent der Männer und 38 Prozent der Frauen unterlägen, könne auch der Zweifel an der eigenen Attraktivität die Lust auf Sex schmälern. So beeinflussen etwa die medialen Schönheitsideale das Körperbild.
Die Folge: Vier von zehn Frauen zwischen 18 und 29 Jahren fühlen sich beim Blick in den Spiegel unwohl. Das entspricht 39 Prozent. Bei den Männern dieser Altersgruppe hadert laut Befragung jeder Fünfte mit seinem Aussehen.
Häufiger und guter Sex steigert den empfundenen Selbstwert
Gerade im Hinblick auf diese Unsicherheiten lässt sich erkennen, dass Sex und Selbstwertgefühl eng miteinander verknüpft sind.
Der Grund: Sexuell aktive Menschen fühlen sich stärker von anderen akzeptiert und wertgeschätzt. Das wiederum wirke sich positiv auf das Selbstbewusstsein aus und befähige dazu, offener über sexuelle Wünsche und Bedürfnisse zu sprechen.



