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Bundestag gedenkt NS-Opfern


Der Bundestag hat am Mittwoch der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

Die Holocaust-Überlebende Tova Friedman erinnerte in einer Rede vor dem Plenum an die Gräueltaten des Nationalsozialismus. Sie sprach über ihre schmerzhaften Erinnerungen und die Notwendigkeit, das Vergessen zu verhindern. Friedman, die als Kind das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau überlebte, betonte die Wichtigkeit, die Geschichte lebendig zu halten, um zukünftige Generationen vor den Gefahren des Antisemitismus zu warnen.

Friedman erzählte, dass sie nie ihre Großeltern oder Urgroßeltern kennenlernen konnte, da sie während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland ermordet wurden. Sie erinnerte an die sechs Millionen Juden, darunter eineinhalb Millionen Kinder, die allein aufgrund ihrer jüdischen Herkunft getötet wurden. Friedman schilderte eindringlich, wie sie als Kind in einem Ghetto in Polen versteckt wurde und später im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau überlebte.

In ihrer Rede hob Friedman hervor, dass Antisemitismus auch heute noch existiere und sich in neuen Formen zeige. Sie erzählte von den Erfahrungen ihrer Enkel, die aufgrund ihres jüdischen Glaubens Diskriminierung erlitten. Friedman appellierte an die Zuhörer, wachsam zu bleiben und sich gegen jede Form von Hass und Vorurteilen zu stellen.

Friedman wurde zu Beginn des Zweiten Weltkriegs mit ihrer Familie zunächst in das Ghetto Tomaszów Mazowiecki deportiert. Im Alter von fünf Jahren deportierten die Nazis Friedman gemeinsam mit ihrer Mutter in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Sie überlebte das Vernichtungslager als eines der jüngsten bekannten Kinder - zunächst aufgrund eines mutmaßlichen technischen Defekts der Gaskammern und später, indem sie sich während der Todesmärsche zwischen Leichen im Krankenrevier versteckte.

Nach ihrer Befreiung am 27. Januar 1945 musste sie feststellen, dass viele ihrer Familienangehörigen ermordet worden waren. Friedman und ihre Familie emigrierten im Jahr 1950 in die USA. In New York studierte sie Psychologie, Literatur und Sozialarbeit. 1960 heiratete sie und ging mit ihrem Mann Maier Friedman für zehn Jahre nach Israel, um dort an der Hebräischen Universität Jerusalem zu lehren. Nach ihrer Rückkehr in die USA arbeitete sie mehr als zwanzig Jahre als Psychotherapeutin und Direktorin am "Jewish Family Service of Somerset and Warren Counties" in New Jersey und praktiziert dort bis heute.

Foto: Holocaust-Gedenktag am 28.01.2026, via dts Nachrichtenagentur

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