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Klöckner kritisiert Debatte über Gewalt gegen Frauen als unehrlich


Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hat die Debatte über Gewalt an Frauen begrüßt und zugleich fehlende Aspekte kritisiert.

"Gewalt gegen Frauen hat so viele Gesichter und nicht nur prominente Fälle", sagte Klöckner der "Rheinischen Post" (Samstagausgabe). "Diese Alltagsgewalt in Deutschland treibt mich um, die will ich adressieren. Es ist gut, dass darüber nun breit debattiert wird und der Schutz vor Gewalt ausgebaut werden soll. Aber wirklich ehrlich ist die Debatte nicht", so Klöckner.

"Es muss in Ordnung sein, alle Facetten von Gewalt gegen Frauen anzusprechen", sagte Klöckner. "Zwangsehen zum Beispiel sind Gewalt. Oder jährlich hunderte von Gruppenvergewaltigungen oder die mutmaßliche Vergewaltigung einer 16-jährigen durch einen arabischstämmigen Verdächtigen in einem Jugendzentrum jüngst in Neukölln. Wo bleiben da die Demonstrationen?", so die Bundestagspräsidentin.

"Kritik an solchen Missständen muss möglich sein, ohne dass man als rassistisch abgestempelt wird. Gewalt gegen Frauen über alle kulturellen und religiösen Gruppen hinweg ist in jeder Form zu verurteilen und anzuprangern", sagte die CDU-Politikerin. "Die gesetzlichen Nachbesserungen für einen besseren Schutz von Frauen auch bei digitaler Gewalt sind überfällig", sagte Klöckner.

Sie rief in der Debatte auch zum Engagement von Männern auf. "Gewalt an Frauen ist ja nicht nur ein Frauenthema, sondern ein gesamtgesellschaftliches. Männer haben vor allem als Väter Einfluss auf ihre Söhne und Töchter", sagte Klöckner. "Sie müssen einen gleichberechtigten Umgang mit Frauen vorleben, zu Gewaltfreiheit und Respekt gegenüber dem anderen Geschlecht erziehen. Da liegt der Schlüssel für Fortschritt in der Gesellschaft", erklärte die Bundestagspräsidentin.

Foto: Demo gegen sexualisierte digitale Gewalt (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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