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Studie: Deutschland könnte Potenziale der Industrie besser nutzen


Die deutsche Wirtschaft hat das Potenzial, die Herausforderungen der Transformation zu bewältigen, benötigt dafür jedoch eine Änderung der Innovationspolitik. Das ist ein Ergebnis einer Studie des Ifo-Instituts im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung.

"Unsere Analyse zeigt, dass ein Großteil der deutschen Industrie bereits auf dem Weg in die Zukunft ist", sagte Oliver Falck, Leiter des Ifo-Zentrums für Innovationsökonomik und Digitale Transformation. "Jetzt braucht es eine Politik, die diesen Wandel unterstützt und nicht bremst."

Im Rahmen der Studie wurde eine Growth-Share-Matrix für die deutsche Industrie erstellt. Rund 76 Prozent der Bruttowertschöpfung des Verarbeitenden Gewerbes entfallen demnach auf Branchen, in denen der Produktionswertanteil der in der Industrie am stärksten wachsenden Produkte den Anteil der am stärksten schrumpfenden Produkte übersteigt. Damit verfügt die deutsche Industrie grundsätzlich über das Potenzial, die multidimensionale Transformation zu bewältigen.

Besonders gut positioniert sind den Experten zufolge die Hochtechnologie-Branchen wie Pharma- und IT-Industrie. Sie haben hohe Anteile wachsender Produkte und verzeichnen deutliche Zuwächse bei Investitionen und Exporten. "Aber auch Mitteltechnologie-Branchen wie der Maschinenbau und Teile der chemischen Industrie haben ihr Produktportfolio bereits in Richtung Zukunftsmärkte weiterentwickelt", sagte ifo-Forscher Christian Pfaffl.

Die Leitindustrie Automobil steht demgegenüber unter hohem Anpassungsdruck, weil hier der Anteil der Verbrenner mit einem schrumpfenden Produktionswert größer ist als der von Wachstumsträgern wie Elektroautos. Der weit überwiegende Teil der Branchen mit einem aktuell unterdurchschnittlichen Anteil an der Bruttowertschöpfung hat jedoch deutlich mehr stark wachsende als stark schrumpfende Produkte im Portfolio, darunter zum Beispiel Glaswaren oder Metallerzeugung.

Nach Ansicht der Experten ist es nötig, den Strukturwandel voranzutreiben, statt ihn durch strukturerhaltende Politik zu verzögern. "Es wäre nötig, die Rahmenbedingungen für disruptive Innovationen und wachstumsstarke Gründungen deutlich zu verbessern", sagte Falck. Dazu zählen aus seiner Sicht ein innovationsfreundlicher Kapitalmarkt, steuerliche Regeln, die riskante Investitionen nicht benachteiligen, und ein flexiblerer Arbeitsmarkt, der Anpassungen erleichtert.

Foto: Stahlproduktion (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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