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Schulze fürchtet "Denkzettel-Wahl" in Sachsen-Anhalt


Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze (CDU), hat angesichts der Umfragewerte für sein Bundesland vor einer drohenden Unregierbarkeit gewarnt und seine Sorge vor einem "Denkzettel" für die Arbeit der schwarz-roten Bundesregierung um Friedrich Merz (CDU) zum Ausdruck gebracht.

"Ich will nicht, dass diese Wahl in Sachsen-Anhalt zu einem Denkzettel für Regierungsarbeit in Berlin wird", sagte er dem TV-Sender "Welt" am Donnerstag. "Und ich merke, hier in Sachsen-Anhalt sind viele Menschen unzufrieden mit dem, was sie von der Bundesebene sehen. Ich bin das in Einzelteilen natürlich auch. Aber hier geht es um unsere Heimat Sachsen-Anhalt."

Die Werte für ihn selbst seien aber gut, so Schulze. "Die Mehrheit auch bei der Umfrage sagt, klar, sie wollen mich als ihren Ministerpräsidenten."

Die Regierungsarbeit von Union und SPD in Berlin empfindet Schulze als Belastung für seinen Wahlkampf, weil sie landespolitische Themen überlagere. In den letzten Wochen seien die Bundesthemen die prägenden Themen gewesen. Die Menschen sähen ja auch 2,50 Euro, die sie an der Zapfsäule zahlen mussten, wenn sie Diesel tankten. Sie sähen die gestiegenen Lebenshaltungskosten.

Sie hätten aber auch gesehen, wenn es Streit in der Bundesregierung gebe, erklärte der CDU-Politiker. Das helfe ihnen überhaupt nicht. Das sei auch in den anderen Bundesländern in den Umfragen zu sehen. Gleichermaßen gelte es, darauf hinzuweisen und zu zeigen, dass Landesthemen die Themen seien, die am Ende hier entschieden werden könnten.

Über ein Ende des Kooperationsverbots mit der Linken oder ein Einreißen der Brandmauer wollte Schulze nicht spekulieren. Er baue darauf, dass sich die Mehrheiten bis zur Wahl noch änderten. "Im Moment, wenn diese Umfragen Wahlergebnisse wären, dann wäre dieses Land nicht regierbar. Das ist klar", sagte Schulze. "Und deswegen gilt es ja darum zu kämpfen, bessere Wahlergebnisse zu kriegen. Und ich bin mir sicher, am 6. September wird das Wahlergebnis dann auch ein anderes sein, als das, was wir in den Umfragen hier sehen."

Schulze verteidigte die These seines Vorgängers Reiner Haseloff (CDU), wonach dem sachen-anhaltischen Abitur im Falle eines AfD-Sieges eine Entwertung drohe. "Das ist ja die Wahrheit", sagte er. Wenn man in das Wahlprogramm der AfD reinschaue, müsse man die Frage stellen, ob die Abschlüsse, die die Kinder hier an den Schulen bekämen, überhaupt noch das wert seien, dass man außerhalb Sachsen-Anhalts an der Universität zugelassen werde.

Er habe heute Schülern eines Gymnasiums versprochen, er kämpfe dafür, "dass ihr nicht eine Absage kriegt, weil hier die AfD regiert und die Universität in Hamburg, Düsseldorf oder München Euch sagt: Euch können wir nicht aufnehmen, weil der Schulabschluss in Sachsen-Anhalt nicht mehr anerkannt wird, weil es hier anders als in allen anderen Bundesländern eine Einmischung einer einzelnen Partei in den Schulstoff gab", sagte Schulze.

Foto: Sven Schulze (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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