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Uniper: Gasmangellage im nächsten Winter unwahrscheinlich


Der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns Uniper, Michael Lewis, sieht geringe Gefahr für eine Gasmangellage. "Es dürfte genug Gas geben", sagte er der FAZ mit Blick auf die Frage, was passieren würde, wenn der gesamte Nahe Osten aufgrund des Iran-Kriegs längerfristig ausfiele.

20 Prozent des gesamten LNG-Markts flössen durch die Straße von Hormus, das seien aber nur drei Prozent des gesamten Gasmarkts. LNG spiele eine große Rolle für die Preisbildung auf den globalen Märkten, volumenmäßig sei der Anteil aber noch relativ klein.

Anhand der Preissignale im Markt zeige sich, dass der Markt erwarte, dass sich die Lage im Nahen Osten wieder beruhige, sagte er. Je länger die Straße von Hormus jedoch geschlossen bleibe, desto wahrscheinlicher sei ein weiterer Anstieg der Gaspreise. Der Konflikt in Nahost sei nicht nur ein ökonomisches Problem, sondern eine humanitäre Krise, da etwa auch der Export von Düngemitteln blockiert sei und damit eine der Grundbedingungen für die weltweite Versorgung mit Nahrungsmitteln verletzt werde.

Für Deutschland warnte Lewis davor, dass mit Blick auf den kommenden Winter die Gasspeicher-Füllstände momentan noch vergleichsweise gering seien. "Die Füllstände steigen nun seit März, aber es geht trotzdem viel zu langsam", sagte der Manager, dessen Konzern selbst einen Speicher bei der Bundesnetzagentur zur Schließung angemeldet hat, da er sich wirtschaftlich nicht mehr rechne. Falls die Gasspeicher nicht rasch gefüllt würden, bekomme Deutschland ein Problem im nächsten Winter.

Lewis plädierte mittelfristig für das in Frankreich praktizierte Regulierungsmodell, in dem über Differenzverträge bestimmte Preise vom Regulierer garantiert werden. Das österreichische Modell einer strategischen Gasreserve halte er nur für die zweitbeste Option für Deutschland.

Der Uniper-Konzern, für den die Bundesregierung vergangene Woche den Reprivatisierungs-Startschuss gegeben hatte, habe mittlerweile ein robustes und resilientes Portfolio, keine Abhängigkeiten vom Nahen Osten und ganz generell kein Klumpenrisiko mehr. Eine Präferenz, ob sich Uniper auf dem Weg eines Börsengangs oder Privatverkaufs aus dem mehrheitlichen Staatseigentum löse, habe er nicht. "Es gibt Vorteile und Nachteile für alle Varianten. Die Bundesregierung muss die Entscheidung treffen, wir werden alle Möglichkeiten unterstützen." Uniper war in der Gaskrise 2022 fast vollständig verstaatlicht worden, als der Bund das Unternehmen wegen der gestoppten russischen Gaslieferungen mit Milliarden-Beihilfen hatte retten müssen.

Foto: Gasspeicher (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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