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Studie: Mundgesundheit könnte weibliche Fruchtbarkeit beeinflussen


Wissenschaftler der Hebräischen Universität Jerusalem (HUJI) haben Hinweise darauf gefunden, dass eine chronische Entzündung im Mundraum die Fruchtbarkeit von Frauen beeinträchtigen könnte.

Sie löst demnach eine Immunreaktion im ganzen Körper aus, die auch die Eierstöcke erreicht, fanden die Forscher in einer Untersuchung heraus, über die die "Jerusalem Post" berichtet. Die Folge sind oxidativer Stress, eine geringere Eizellqualität, gestörte Follikelreifung und eine niedrigere Lebendgeburtenrate. Die Studie deutet auf einen möglichen biologischen Zusammenhang zwischen Mundgesundheit und ungeklärter Unfruchtbarkeit hin und eröffnet neue Ansätze für künftige Therapien.

Michael Klutstein vom Fachbereich Zahnmedizin der HUJI, Leiter des Labors für Chromatin- und Alternsforschung, hat gemeinsam mit Asaf Wilensky (Parodontologie) sowie den Doktoranden Paz Kles und Stephen Ameho diesen Zusammenhang untersucht. "Wenn Paare keine Schwangerschaft erreichen, liegt es in einem Drittel der Fälle an der Frau, in einem weiteren Drittel am Mann - der Rest bleibt ungeklärt", erklärte Klutstein gegenüber der Jerusalem Post. "Unsere Entdeckung könnte helfen, die Ursache für diese dritte Gruppe zu finden. Ähnliche Effekte könnten auch die männliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen, aber es gibt einen großen Unterschied: Frauen haben nur eine begrenzte Anzahl an Eizellen, Männer dagegen eine riesige Menge an Spermien."

Bislang ist wenig darüber bekannt, wie genau eine chronische Mundentzündung die weibliche Fruchtbarkeit beeinflusst - insbesondere die Eizellen. Die Forscher testeten den Zusammenhang anhand eines Mausmodells. Sie setzten den Tieren Zahnimplantate ein, um eine Entzündung zu simulieren, und beobachteten die Auswirkungen auf die Fortpflanzung.

Vier Wochen nach dem Einsetzen der Implantate wurden die weiblichen Mäuse mit Männchen verpaart. Während alle unbehandelten Kontrolltiere innerhalb von fünf Wochen Nachwuchs bekamen, brachte in der Gruppe mit Implantaten nur eines von vier Weibchen Junge zur Welt - und zwar nur ein einziges lebendes Jungtier.

Die Untersuchungen zeigten, dass die Entzündung nicht auf die Mundhöhle beschränkt blieb, sondern eine systemische Immunantwort auslöste, die bis zu den Eierstöcken reichte. Im Eierstockgewebe fanden die Forscher erhöhte Konzentrationen entzündungsfördernder Botenstoffe sowie Veränderungen in der Zusammensetzung der Immunzellen. Hinzu kamen oxidative Schäden, eine gestörte Follikelentwicklung und eine verminderte Eizellqualität.

Auf die Frage, was sie zu der Vermutung eines Zusammenhangs zwischen Mundentzündung und Fruchtbarkeit brachte, sagte Klutstein: "Amos und ich erforschen seit elf Jahren chronische Entzündungen und Fruchtbarkeit. Krankheiten wie Endometriose oder Lupus gehen mit chronischen Entzündungen einher. Die Frage war, ob eine Entzündung so weit wandern kann - vom Mund zu den Eierstöcken - und wie das geschieht." Er räumte ein, dass die Beweise stärker seien als erwartet. "Wir gehörten zu den Ersten weltweit, die das untersucht haben."

Nun müssten Studien am Menschen folgen, so Klutstein. "Aber schon jetzt wäre es ratsam, dass Frauen, die eine Fruchtbarkeitsbehandlung planen, zuerst ihren Zahnarzt aufsuchen, um festzustellen, ob sie unter einer Mundentzündung leiden. Fruchtbarkeitsspezialisten und Zahnärzte sollten enger zusammenarbeiten. Wir suchen bereits nach einem Medikament, das Frauen vor der Behandlung verabreicht werden könnte."

Die Studie wurde im "Journal of Dental Research" unter dem Titel "Chronic Oral Inflammation Impairs Female Reproduction in a Murine Model" veröffentlicht.

Foto: Mutter mit Kind und Kinderwagen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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