
Nach Angaben der Vereinten Nationen ist das Militär in Myanmar während des sechsmonatigen Wahlzeitraums im vergangenen Jahr für den Tod von mehr als 700 Zivilisten verantwortlich.
Ein aktueller UN-Bericht beziffert die Zahl der bestätigten Todesopfer auf mindestens 702. Darunter befinden sich 224 Frauen und 153 Kinder. 476 Todesfälle waren demnach auf Luftangriffe zurückzuführen, wobei 111 - darunter 43 Frauen und zehn Kinder - bereits vor Beginn der Wahlen im Dezember ums Leben kamen.
Der Bericht bezieht sich auf die sechs Monate, nachdem die Armee, die vor fünf Jahren einen Putsch durchgeführt hatte, Neuwahlen ankündigte. Dieser Prozess wurde weithin als Farce kritisiert, da die wichtigsten Oppositionsparteien nicht teilnehmen durften. Die UN-Experten warnen, dass ein Rückgang der internationalen Hilfsgelder die Not von Millionen Menschen weiter verschärfe.
"Als ob die Menschen in Myanmar nicht schon genug unter dem Militär gelitten hätten, scheinen sie nun auch von der Außenwelt vergessen worden zu sein", sagte der UN-Menschenrechtsbeauftragte Volker Türk. Die Finanzierung lokaler Schutzmaßnahmen sei in vielen Gebieten der einzige Trost angesichts des Leids gewesen, das durch ständige Übergriffe und wahllose Angriffe des Militärs verursacht worden sei. "Dieser Rückzug verschlimmert dieses Leid nur noch", so Türk.
Das Militär hatte 2021 die Macht übernommen und damit einen Bürgerkrieg ausgelöst. Seitdem wurden Tausende getötet und Millionen in die Flucht getrieben. Große Landesteile werden weiterhin von bewaffneten Oppositionsgruppen kontrolliert.
Foto: Vereinte Nationen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur



