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Chrupalla verteidigt AfD-Doppelspitze gegen interne Kritik


AfD-Chef Tino Chrupalla hat die Doppelspitze der Partei gegen Forderungen nach einer Abschaffung verteidigt. Er sehe keinen Grund, die Partei allein führen zu müssen, sagte er der ARD.

"Wir mögen uns", sagte Chrupalla über seine Co-Vorsitzende Alice Weidel. Die beiden stünden zusammen an der Spitze der AfD und sollten das auch bleiben. Auf dem bevorstehenden Parteitag in Erfurt treten sie wieder für die Doppelspitze an. Die habe sich bewährt, so Chrupalla. Es sei eine Arbeitsaufteilung zwischen ihnen. Er sei froh, Weidel an seiner Seite zu haben, und denke, das gehe ihr genauso. Immer wieder wird in der AfD über die Abschaffung der Doppelspitze diskutiert. Chrupalla hält das für keine gute Idee. Aktuell könne er sich nicht vorstellen, die Partei allein führen zu müssen oder zu wollen.

Die Parteichefs hatten sich in der Vergangenheit auch öffentlich widersprochen, etwa beim Thema Wehrpflicht oder im Umgang mit Russland. Dazu sagte Chrupalla, sie seien keine siamesischen Zwillinge, die im Wortklang alles gleich sagen müssten. "Natürlich" gebe es unterschiedliche Meinungen zu unterschiedlichen Themengebieten. Das sei in einer Doppelspitze "ganz normal".

Der AfD-Bundesparteitag in Erfurt wird von Protesten begleitet. Es gibt Aufrufe, die Zufahrten zur Halle zu blockieren und den Parteitag so zu verhindern. Auch mit Gewalt wird gerechnet. Chrupalla hofft, dass es friedlich bleibt, sieht in den Blockaden aber Gesetzesbrüche. Wenn Straßen blockiert würden, hoffe er, dass der Rechtsstaat entsprechend reagiere. Er kritisierte Linke und Grüne, die sich anmaßen würden, den Parteitag zu verhindern. Es gehöre zu einer Demokratie dazu, dass man sich versammeln dürfe, und das sei nach dem Parteiengesetz unbedingt erforderlich. Das sei "absolut vom Grundgesetz gedeckt". Dass man sich so etwas "mittlerweile erkämpfen" müsse, zeige die "gesamte Situation in Deutschland".

Die AfD gilt bundesweit als rechtsextremer Verdachtsfall. Sie ist in vier Bundesländern gesichert rechtsextrem. Chrupalla sieht das anders. Für ihn sei Rechtsextremismus, wenn man "mit Gewalt gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung" vorgehe oder gegen das Grundgesetz verstoße. Das sehe er bei den Mitgliedern der AfD nicht. Der aktuelle Verfassungsschutzbericht spricht von 28.000 Extremisten in der Partei. Chrupalla griff die Behörde in der ARD an. Er müsse sich gegen etwas rechtfertigen, wo er nicht wisse, was ihm konkret vorgeworfen werde. Man müsse auch dem Gegenüber und den Personen, die man beschuldige, die Möglichkeit geben, sich dagegen zu wehren. Das gehöre in einem Rechtsstaat dazu.

Foto: Alice Weidel und Tino Chrupalla (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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