
Die Investitionsbereitschaft im deutschen Mittelstand ist auf den tiefsten Stand seit mehr als 30 Jahren gefallen. Das berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf eine Umfrage der DZ Bank und des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).
Nur noch 52 Prozent der Unternehmen planen demnach, in den kommenden sechs Monaten in ihren eigenen Betrieb zu investieren. Seit 1995 befragen DZ Bank und BVR im Frühjahr und im Herbst mehr als 1.000 Unternehmen. So gering wie aktuell sei die Investitionsbereitschaft seit dem Start der Umfrage noch nie ausgefallen. Die Investitionsbereitschaft ist demnach momentan geringer als während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009, der Corona-Pandemie 2020 oder der Energiekrise nach Beginn des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022.
Als Hauptgründe nennen die Mittelständler in der Umfrage von BVR und DZ Bank eine schwache Nachfrage, steigende Kosten und hohe geopolitische Unsicherheiten. Vor allem bei der Energie klagen zwei Drittel über zu hohe Kosten - im Herbst war es nur etwas mehr als die Hälfte gewesen. Besorgt wegen Lieferengpässen zeigen sich inzwischen wieder rund ein Drittel der Firmenchefs. Die Sorge sei auch durch den Iran-Krieg zurückgekehrt. Im vergangenen Herbst war es nicht mal jeder fünfte Befragte.
Laut DZ-Bank-Firmenkundenvorstand Stefan Beismann zeige die historisch geringe Investitionsbereitschaft, "wie tief die Verunsicherung im Mittelstand inzwischen reicht". Unternehmen investierten derzeit vor allem in die Sicherung und Weiterentwicklung ihres bestehenden Geschäfts - Investitionen in den Ausbau von Kapazitäten oder neue Wachstumsprojekte würden zurückgestellt. Das Ergebnis: Die Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland sinke.
Foto: Büro-Hochhaus (Archiv), via dts Nachrichtenagentur



