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Dax startet im Plus - Anleger hoffen auf baldiges Kriegsende


Der Dax ist am Dienstagmorgen deutlich erholt in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 23.960 Punkten berechnet, und damit 2,4 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag. An der Spitze der Kursliste rangierten Infineon, Siemens Energy und Continental, am Ende FMC, Gea und die Deutsche Börse.

Eines der prägenden Themen waren erneut die Energiepreise, die nach Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, die ein baldiges Kriegsende im Nahen Osten in Aussicht stellten, nachgaben. So sank der Ölpreis stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Dienstagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 90,25 US-Dollar; das waren 8,71 Dollar oder 8,8 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Der Gaspreis ging zum Handelsstart um knapp 17 Prozent zurück. Im europäischen Großhandel wurden am Vormittag für die Lieferung einer Megawattstunde im April bis zu 47 Euro aufgerufen, was einen Verbraucherpreis von 10 bis 12 Cent pro Kilowattstunde inklusive Nebenkosten und Steuern impliziert. Am Vortag hatte der Großhandelspreis noch in der Spitze bei bis zu 68 Euro pro Megawattstunde gelegen.

"Die Ölpreise sind gestern fast genauso schnell wieder gefallen, wie sie zuvor gestiegen waren", sagte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank. Grund seien Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende nach einem CBS-Interview von US-Präsident Trump: Der Krieg sei "abgeschlossen" und der Konflikt werde "sehr bald" enden. "Anleger lesen daraus einseitige Verhandlungsbereitschaft der USA und setzen auf die TACO-Logik in Trumps Politik: Der US-Präsident hält den Druck in politischen Entscheidungen immer nur so lange aufrecht, wie es nicht zu allzu starken negativen Ausschlägen an den Märkten kommt", so Stanzl. "Dieser Zeitpunkt war mit dem Anstieg des Ölpreises auf fast 120 Dollar gestern offenbar erreicht."

Die Gefahr für die Börsen sei aber nicht gebannt. "Trump mag den Krieg einseitig für nahezu beendet erklären, doch die Frage bleibt, ob der Iran derselben Meinung ist", so der Analyst. "Vor allem muss nun der Beweis erbracht werden, dass die Straße von Hormus wieder sicher für die Passage von Dutzenden Tankern ist, die Öl und Gas in die Welt exportieren wollen."

Der Ölpreis sei derzeit der sprichwörtliche Schwanz, der mit dem Hund wedele. "Aktien reagieren auf kleinste Preisveränderungen. Mit jedem Tanker, der nun die Straße von Hormus erfolgreich passiert, dürfte allerdings die Risikoprämie im Ölpreis sinken. Anleger warten nun auf den Beweis für Trumps Interview-Aussagen. Bleibt dieser aus, dürfte die Nervosität schnell wieder zunehmen."

Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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