Das Jahr 2026 hat gerade erst begonnen. Wirtschaftlich dürfen wir uns auf ein interessantes Jahr freuen. Experten erwarten eine moderate Konjunktur mit einem globalen Wirtschaftswachstum zwischen 2,5 Prozent und etwa 3 Prozent.
Politische Unsicherheiten und Kriege belasten das Wachstum, sodass es unter dem langfristigen Durchschnitt liegt. Deutschland liegt mit einem erwarteten Wirtschaftswachstum zwischen 1 Prozent und 1,4 Prozent sogar hinter dem globalen Wachstum. Hier ist zu erwähnen, dass die Bundesregierung ein Wachstum über 1,3 Prozent erwartet, der IWF über 0,9 Prozent. Das DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) spricht dagegen von 1,7 Prozent.
Zu den wichtigsten Faktoren für Wachstum zählen staatliche Investitionen, Handel und auch der Kalendereffekt. Das Jahr 2026 hat mehr Arbeitstage, was das Wachstum positiv beeinflusst. Unterm Strich wird eine langsame Erholung erwartet, nachdem wir zuletzt schwache Jahre hinter uns gebracht haben. 2025 wuchs das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland gerade einmal um 0,1 Prozent. Zum Vergleich: In Indien konnte die Wirtschaft im selben Zeitraum um rund 6,5 Prozent wachsen. Für das Jahr 2026 werden ähnliche Werte erwartet. Dies liegt vor allem an den staatlichen Investitionen. Indien investiert seit Jahren sehr stark in Infrastruktur. Beispielsweise in Flughäfen, Straßen und Häfen. Aber auch erneuerbare Energien und neue Stromnetze sowie IT-Dienstleistungen spielen eine wichtige Rolle.
Industrie & verarbeitendes Gewerbe
Die Industrie ist und bleibt in Deutschland ein wichtiger Wirtschaftszweig. Hier sind vor allem die Automobilindustrie, der Maschinenbau und die Chemieindustrie zu nennen. Zuletzt belasteten vor allem hohe Energiepreise, strenge Klimavorgaben und günstige Konkurrenz die Industrie. Vor allem der Automobilbereich war herausfordernd. Nicht allen Unternehmen gelang der Wechsel zu Elektroautos. Aber es gibt auch positive Neuigkeiten. So knackte VW erstmals die Marke von mehr als 100.000 produzierten Volkswagen-Elektroautos in Deutschland. Auch Modelle wie der Tiguan zählen immer noch zu den beliebtesten SUVs. Insgesamt verzeichnete man mit 2,9 Millionen PKW-Neuzulassungen ein Plus von 1,4 Prozent gegenüber 2024.
Anbieter aus China haben zwar aufgeholt, trotzdem stehen deutsche Industrieprodukte nach wie vor für Qualität und Langlebigkeit. Dies zeigt sich besonders im Maschinenbau. Vor allem im Bereich Spezialmaschinen und Automatisierungstechnik ist Deutschland weiterhin vorne dabei, auch wenn die globale Nachfrage aufgrund von niedrigen Investitionen zurückging. 2026 erwartet man eine schwache Erholung mit einer Produktionssteigerung von etwa 1 Prozent.
Sportwettenbereich in Deutschland 2026
Die Sportwettenbranche befindet sich in einer interessanten Lage. Der Markt wurde durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 legalisiert, steht sich aber aufgrund von umstrittenen Regeln oftmals selbst im Weg. Für dieses Jahr erwarten Experten daher nur ein geringfügiges Wachstum. Was vor allem an Sportwetten abseits der LUGAS Einschränkungen liegt. Analysen zufolge geben etwa die Hälfte der Deutschen ihre Sportwetten bei Anbietern aus Übersee ab.
Wirtschaftlich ist die Sportwettenindustrie vor allem aufgrund von Steuereinnahmen (5,3 Prozent pro Wette), Arbeitsplätzen und Sponsoring im Sport relevant. Neben Fußball sehen wir vor allem beim Tennis, beim Eishockey und beim Basketball Sportwetten-Sponsoren. Langfristiges Wachstum ist nur dann realistisch, wenn der GGL-Glücksspielstaatsvertrag reformiert wird, sodass Wettende nicht auf Anbieter außerhalb Deutschlands zurückgreifen. Beispielsweise besteht ein anbieterübergreifendes monatliches Einzahlungslimit über 1.000 Euro pro Spieler. Eine Erhöhung ist nur nach strenger Bonitätsprüfung möglich. Zudem sind die Buchmacher dazu verpflichtet, das umstrittene Überwachungssystem LUGAS zu nutzen. Gleiches gilt für die zentrale Spielersperrdatei OASIS.
Während der Spiele ist das Angebot an Live-Wetten deutlich eingeschränkt. Beispielsweise sind keine Wetten mehr auf den nächsten Einwurf oder die nächste Ecke möglich. Durch die hohe Steuerlast von über 5,3 Prozent müssen Buchmacher mit einer GGL-Lizenz meist zwangsläufig schwächere Wettquoten anbieten als Konkurrenten aus Curacao, Malta oder Costa Rica.
Infrastruktur & Bauwirtschaft
Die Infrastruktur in Deutschland leidet aktuell unter den schwachen Investitionen. Dies macht sich vor allem bei Brücken, Straßen und auf der Schiene bemerkbar. Neue Investitionen kommen nur langsam in Fahrt, was unter anderem auf eine hohe Bürokratie und langsame Genehmigungsverfahren zurückzuführen ist.
Der Wohnungsbau kam ebenfalls zuletzt nur schleppend voran. Dies liegt vor allem an hohen Zinsen und umfangreichen Vorgaben. Nun ist Besserung in Sicht. Etwa 70 Prozent der Unternehmen erwarten in den kommenden Monaten eine stabile oder bessere Lage. Zum gleichen Zeitpunkt 2025 waren es nur etwa die Hälfte.
Öffentliche Bauprojekte und Projekte für die Infrastruktur sind dagegen für das laufende Jahr geplant. Für 2026 wird in dieser Branche erfreulicherweise ein Plus von etwa 2,5 Prozent erwartet. Dafür sorgen zum Großteil staatliche Milliarden, die für die Infrastruktur eingesetzt werden sollen.



