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Mehr junge Menschen in Heimen und Pflegefamilien


Im Jahr 2024 sind bundesweit rund 134.000 junge Menschen in einem Heim und knapp 87.500 in einer Pflegefamilie betreut worden. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag mitteilte, wuchsen damit zusammen rund 221.500 Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene zumindest zeitweise außerhalb der eigenen Familie auf. Gegenüber 2023 ist die Zahl der Betroffenen um drei Prozent oder rund 7.000 Fälle gestiegen. Nach fünf Jahren Rückgang war dies bereits der zweite Anstieg in Folge (2023: +vier Prozent).

Ein Grund für die erneute Zunahme sind die Entwicklungen rund um ehemals unbegleitet eingereiste Minderjährige: Nach einer vorübergehenden Inobhutnahme durch die Jugendämter werden sie oft in Heimen und betreuten Wohnformen oder - seltener - in Pflegefamilien untergebracht: Gut zwei Drittel des Anstiegs im Jahr 2024 (69 Prozent oder 4.800 Fälle) können dadurch erklärt werden. Insgesamt wurden 2024 rund 25.300 junge Menschen nach Inobhutnahmen aufgrund unbegleiteter Einreisen in Heimen oder Pflegefamilien betreut. Mit 94 Prozent lebten die meisten von ihnen in Heimen, Wohngruppen oder anderen betreuten Wohnformen und nur sechs Prozent in Pflegefamilien.

Die jungen Menschen, die 2024 in Heimen oder Pflegefamilien betreut wurden, waren etwas häufiger männlich (57 Prozent) als weiblich (43 Prozent). Etwa drei Viertel von ihnen waren noch minderjährig (76 Prozent). Während Kinder bis zehn Jahren häufiger in Pflegefamilien aufwuchsen, überwog ab dem elften Lebensjahr die Heimerziehung. Knapp ein weiteres Viertel (24 Prozent) der Betroffenen waren "Careleaver", also junge Volljährige im Übergang aus der öffentlichen Erziehungshilfe in ein selbstständiges Leben.

Die Eltern der Betroffenen waren in fast jedem zweiten Fall (47 Prozent) - und damit besonders häufig - alleinerziehend. Bei knapp einem Fünftel (18 Prozent) der Herkunftsfamilien handelte es sich um zusammenlebende Elternpaare und in weiteren 16 Prozent um Elternteile in neuer Partnerschaft. In den verbleibenden Fällen - zum Beispiel in den Betreuungsfällen nach unbegleiteter Einreise - war die Familiensituation unbekannt (17 Prozent) oder die Eltern verstorben (2 Prozent). Im Schnitt endete die Betreuung außerhalb der eigenen Familie nach 2,4 Jahren, wobei die Unterbringung in einem Heim mit durchschnittlich 1,8 Jahren deutlich kürzer war als in einer Pflegefamilie mit 4,3 Jahren.

Knapp 61.100 junge Menschen wurden 2024 neu in einem Heim oder einer Pflegefamilie aufgenommen. Der am häufigsten genannte Hauptgrund war mit 19 Prozent der Ausfall der Bezugsperson dieser jungen Menschen (Unversorgtheit), etwa infolge einer unbegleiteten Einreise aus dem Ausland oder der Erkrankung eines Elternteils. An zweiter Stelle stand 2024 die eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern (15 Prozent), beispielsweise durch Erziehungsunsicherheit oder pädagogische Überforderung. Dritthäufigster Grund für eine neue Unterbringung war die Gefährdung des Kindeswohls durch Vernachlässigung, Misshandlungen oder sexuelle Gewalt (13 Prozent).

Foto: Kindernotdienst (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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