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Ärzte warnen Regierung vor Einschnitten in Patientenversorgung


Führende Ärztevertreter warnen die Bundesregierungen vor Kürzungen der Budgets im Rahmen eines Sparpakets und kündigen für diesen Fall einen deutlichen Rückgang der Behandlungstermine für Patienten an.

Bereits jetzt würden zahlreiche Behandlungen nicht vergütet, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der "Bild". Weniger Geld heiße weniger Leistung. "Fachärzte bekommen aktuell schon 15 Prozent der durchgeführten Termine nicht bezahlt. Das entspricht 40 Millionen kostenlosen Terminen pro Jahr. Wir werden diese Termine im Laufe des Jahres deutlich abbauen", sagte Gassen. Sollten zusätzlich Honorarkürzungen beschlossen werden, "werden noch mehr Angebote wegfallen".

Zugleich wies Gassen die Annahme zurück, Einschnitte hätten keine Auswirkungen auf die Versorgung. "Wer behauptet, Einschnitte in der Vergütung haben keinen Einfluss auf die Patientenversorgung, hat entweder keine Ahnung oder sagt bewusst die Unwahrheit." Grundsätzlich sei die Ärzteschaft bereit, das Leistungsangebot an die finanziellen Rahmenbedingungen anzupassen. "Wir sind jederzeit bereit das Leistungsangebot analog zur Verfügung stehenden Geldmenge nach oben oder auch nach unten anzupassen." Zur Veranschaulichung fügte Gassen hinzu: "Wer beim Handyvertrag nur zehn GB Datenvolumen kauft, damit es nicht so teuer wird, darf sich hinterher nicht beschweren, wenn das Streaming irgendwann abbricht."

Auch der Bundesvorsitzende des Hausärzteverbands, Markus Blumenthal-Beier, warnte vor negativen Folgen möglicher Einsparungen: "Seit der Entbudgetierung bekommen wir endlich unsere gesamte Arbeit überall bezahlt", sagte er der Zeitung. Wenn das jetzt zurückgedreht werden würde, dann hätte das ganz konkrete Folgen für die Patienten. In besonders betroffenen Regionen könnten Praxisschließungen drohen. Viele Kollegen würden genau überlegen, ob sich ihre Praxis noch lohne, und im Zweifel eben dicht machen. "Die Konsequenz wäre, dass mehr Menschen keine Hausarztpraxis mehr finden würden, die sie versorgen kann", sagte Blumenthal-Beier. Eine schlechtere hausärztliche Versorgung führe nachweislich zu mehr Krankenhauseinweisungen, "und das wird dann schnell richtig teuer". Wer bei Hausarztpraxen spare, "schießt sich selbst ins Knie".

Foto: Behandlungszimmer beim Arzt (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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