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Mehr Minderjährige wegen psychischen Erkrankungen in Kliniken


Psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen sind im Jahr 2024 die häufigste Ursache für stationäre Krankenhausbehandlungen von Kindern und Jugendlichen gewesen.

Gut 116.300 der rund 615.300 Krankenhauspatienten im Alter von zehn bis 19 Jahren wurden aufgrund von psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen stationär behandelt, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mit. Das entsprach knapp einem Fünftel (18,9 Prozent) aller Krankenhausbehandlungen in dieser Altersgruppe. Zum Vergleich: Unter allen Krankenhauspatienten machte die Diagnose knapp 1,1 Millionen oder 5,9 Prozent der insgesamt gut 17,9 Millionen Behandlungen aus.

Die Zahl der aufgrund von psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen im Krankenhaus behandelten Kinder und Jugendlichen ist nach Rückgängen in den Jahren 2018 bis 2020 und 2023 zuletzt wieder gestiegen. Während es im Jahr 2023 noch rund 112.500 solcher Fälle unter den 10- bis 19-Jährigen gab, waren es 2024 gut 116.300 - ein Anstieg von 3,4 Prozent. Insgesamt stieg die Zahl der stationären Behandlungen aufgrund von psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen in diesem Zeitraum leicht um 1,3 Prozent.

Im 20-Jahres-Vergleich hat die Zahl der Behandlungen wegen psychischer Erkrankungen in fast allen Altersgruppen zugenommen, am stärksten jedoch bei den 10- bis 19-Jährigen: 2024 waren 36,5 Prozent mehr psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche in stationärer Behandlung als noch 2004 mit gut 85.200 Patienten. In der Altersgruppe 80+ nahmen die Behandlungsfälle in diesem Zeitraum um 18,8 Prozent zu, bei den 60- bis 79-Jährigen waren es 15,7 Prozent mehr. Die 20- bis 39-Jährigen verzeichneten ein leichtes Plus von 2,4 Prozent. Nur bei den 40- bis 59-Jährigen gab es einen Rückgang um 8,6 Prozent. Insgesamt stieg die Zahl der Behandlungsfälle aufgrund der Diagnose von 2004 bis 2024 um 4,0 Prozent.

Die meisten Krankenhausbehandlungen aufgrund von psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen von 10- bis 19-Jährigen gab es im Jahr 2017 mit gut 125.500 Fällen. Über alle Altersgruppen hinweg wurde der bisherige Höchststand 2014 mit rund 1,2 Millionen Fällen erreicht.

Psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche werden am häufigsten wegen Depressionen im Krankenhaus behandelt. Im Jahr 2024 waren gut 33.900 der 10- bis 19-Jährigen wegen sogenannter depressiver Episoden oder wiederkehrender depressiver Störungen stationär in Behandlung. Das entspricht einem Anteil von 29,1 Prozent an allen aufgrund von psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen stationär behandelten Kindern und Jugendlichen. Bei rund 11.700 oder 10,1 Prozent standen Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen im Fokus der Behandlung. Alkoholbedingte Erkrankungen wie etwa Abhängigkeits- und Entzugssyndrome waren mit gut 9.900 Behandlungsfällen die dritthäufigste Diagnose für Kinder und Jugendliche (8,5 Prozent). Wegen Essstörungen wurden gut 7.300 Kinder und Jugendliche stationär behandelt (6,3 Prozent).

Über alle Altersgruppen hinweg wurden Patienten mit psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen ebenfalls am häufigsten wegen Depressionen behandelt. Im Jahr 2024 machten sie mit gut 261.600 Fällen knapp ein Viertel (24,7 Prozent) aus. Auf Alkoholmissbrauch waren weitere 21,7 Prozent oder knapp 229.900 Krankenhausaufenthalte zurückzuführen. Schizophrenie war mit rund 80.500 Behandlungsfällen die dritthäufigste Diagnose (7,6 Prozent).

Innerhalb der verschiedenen Altersgruppen sind Depressionen beziehungsweise alkoholbedingte psychische Erkrankungen durchgängig die beiden häufigsten Diagnosen bei stationären Krankenhausbehandlungen aufgrund von psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen. Eine Ausnahme bildet die Altersgruppe 80+: Hier dominiert eine altersbedingte psychische Erkrankung - die Diagnose Delir (akuter Verwirrtheitszustand), nicht durch Alkohol oder andere psychotrope Substanzen bedingt. Im Jahr 2024 machte sie mehr als ein Drittel (36,8 Prozent) der stationären Krankenhausaufenthalte aufgrund von psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen in dieser Altersgruppe aus, gefolgt von Depressionen (19,8 Prozent) und Demenz (16,8 Prozent).

Foto: Klinik für Psychiatrie (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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