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Lufthansa bleibt im Arbeitskampf mit Piloten und Flugbegleitern hart


Im Arbeitskampf der Deutschen Lufthansa mit den Spartengewerkschaften von Piloten und Flugbegleitern deuten sich keine schnellen Lösungen an.

Der Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstagsausgabe), dass der Konzern vor den Streiks nicht einknicken werde. "Lieber einige Tage mit einem streikbedingt reduzierten Angebot der Lufthansa-Gruppe als irgendwann dauerhaft mit einer deutlich reduzierten Kernmarke", sagte Spohr der Zeitung. Der Umbau des Unternehmens zu einer zukunftsfähigen internationalen Gruppe sei zur Zukunftssicherung unumgänglich.

Vergangenen Freitag waren wegen eines Warnstreiks der Flugbegleitergewerkschaft UFO bei der Kernmarke sowie der Tochtergesellschaft Cityline hunderte Flüge ausgefallen, mitten während des Rückreiseverkehrs zum Ende der Osterferien. An diesem Montag und Dienstag legen nun viele Piloten nach einem Aufruf der Pilotengewerkschaft VC die Arbeit nieder, weshalb nur rund jeder dritte Kurzstreckenflug und jeder zweite Langstreckenflug planmäßig stattfindet. Die Spartengewerkschaften stehen in Konkurrenz mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, mit der die Lufthansa erst am Freitag einen Tarifvertrag für die neue Tochtergesellschaft City Airlines geschlossen hat.

Spohr pocht auf die Notwendigkeit, die Kosten der Kernmarke in den Griff zu bekommen und konkurrenzfähig zu werden: "Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Spartengewerkschaftsfunktionäre von der Vereinigung Cockpit und UFO in einem Dilemma stecken: Keine der von ihnen tarifierten Airlines nimmt am erfreulichen Wachstum unserer Lufthansa Group mit ihren insgesamt 14 Airlines überhaupt noch teil." Die Ursachen dafür lägen in "oft jahrzehntelangen komplexen Tarifstrukturen - teilweise aus unserer Zeit als Staatsairline".

Spohr, der seit 2014 an der Spitze von Europas größter Fluggesellschaft steht, wies den Vorwurf zurück, die Gewerkschaften gegeneinander auszuspielen, und lud alle Arbeitnehmerorganisationen ein, Wachstumsperspektiven in allen Flugbetrieben zu schaffen. "Letztlich entscheidet jeweils die Mehrheit der Mitarbeiter, von wem sie ihre Interessen am besten vertreten sieht. Und sie entscheiden in unterschiedlichen Airlines auch unterschiedlich. Die vom Vorstand und Aufsichtsrat beschlossene Strategie unserer Gruppe ist davon allerdings unberührt: Wir operieren Flugzeuge ausschließlich dort, wo sie Wert generieren."

Die Streiks treffen die Lufthansa genau zum Höhepunkt der Feierlichkeiten anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens. An diesem Mittwoch gibt es in Frankfurt die große Jubiläumsfeier, zu der auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erwartet wird.

Der erste Streiktag bei Lufthansa, Lufthansa Cargo, CityLine und Eurowings verläuft derweil aus Sicht der Vereinigung Cockpit (VC) wie erwartet. Für Montag wurden mehr als 700 Flüge gestrichen. "Wir beobachten das Geschehen sehr genau und tracken, welche Flugzeuge am Boden bleiben. Bis jetzt verläuft der Streik wie erwartet", sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro.

"Wir haben der Lufthansa immer wieder genug Zeit gegeben, ein ernsthaftes Angebot vorzulegen. Ein Angebot, das an anderer Stelle gegenfinanziert werden soll, ist für uns jedoch nicht tragfähig. So ein Angebot würden Vorstände sicher auch kritisch sehen, wenn es um ihre eigenen Boni geht, die im Übrigen bis zu 100 Prozent erhalten haben - obwohl es der LH Classic, dem größten Teil des Konzerns, mutmaßlich so schlecht geht."

Die Vereinigung Cockpit bekräftigt ihre Gesprächsbereitschaft: "Wir sind jederzeit zu Gesprächen bereit. Voraussetzung sind aber verhandlungsfähige Angebote. Das gilt bei Lufthansa und Lufthansa Cargo für die bAV, bei CityLine für den VTV und bei Eurowings ebenfalls für die bAV."

Die Belastungen für Passagiere sowie für die Kollegen am Boden bedauere man ausdrücklich. "Wenn wir nicht mehr streiken könnten, um Bewegung auf Arbeitgeberseite zu erreichen, bliebe nur noch kollektives Betteln. Das kann nicht im Sinne einer Gesellschaft sein, die Mitbestimmung durch Arbeitnehmer ausdrücklich will, unabhängig davon, welcher Gewerkschaft sie sich angeschlossen haben", sagte Pinheiro. Ein zweiter Streiktag ließe sich laut Pinheiro vermeiden. Die Entscheidung liege jeweils vollständig bei der Arbeitgeberseite.

Darüber hinaus ruft die VC ihre Mitglieder auf, sich an dem von der Flugbegleitergewerkschaft UFO für kommenden Mittwoch angemeldeten Demonstrationszug am Frankfurter Flughafen zu beteiligen, der um 15:15 Uhr am Kiss & Fly- Parkplatz starten soll. Die Kundgebung finde im Anschluss statt.

Foto: Flugstreichungen wegen Lufthansa-Piloten-Streik am 13.04.2026, via dts Nachrichtenagentur

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