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Lula kritisiert Trump scharf für Krieg gegen den Iran


Brasiliens Präsident Lula da Silva hat den Krieg der USA und Israels gegen Iran scharf verurteilt. "Trump wurde nicht zum Kaiser der Welt gewählt", sagte Lula dem "Spiegel". "Es kann nicht angehen, dass Trump einen Krieg mit Iran anfängt, und wer die Zeche dieses Kriegs bezahlt, sind die Armen in Afrika oder Lateinamerika, die mehr Geld für Bohnen, Fleisch und Gemüse ausgeben müssen."

Lula verurteilte die Entführung des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch ein Militärkommando der USA sowie die Einmischung der Amerikaner in Kuba. "Die Selbstbestimmung der Völker, ihre territoriale Integrität und Souveränität dürfen nicht angerührt werden", sagte Lula. "So wie Putin nicht das Recht besaß, in der Ukraine einzumarschieren, hat Trump nicht das Recht, in Venezuela zu intervenieren oder Kuba zu bedrohen."

Maduros Nachfolgerin Delcy Rodríguez stehe vor einer schwierigen Aufgabe. "Sie muss einen Weg finden, Venezuela zu befrieden und die Demokratisierung voranzutreiben", sagte Lula. Wäre er an ihrer Stelle, hätte er das Amt angetreten und innerhalb eines halben Jahres Wahlen angekündigt. "Aber ich kann mich nicht hinstellen und sagen, was gut für Venezuela ist."

Er sei bereit, Medikamente und Lebensmittel an Kuba zu liefern, um die Versorgungskrise auf der Karibikinsel zu lindern. Öllieferungen an Kuba lehne er ab, "weil Aktien unserer Ölgesellschaft Petrobras an der Wall Street gehandelt werden".

Lula lobte das Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem südamerikanischen Wirtschaftsbündnis Mercosur, das am 1. Mai in Kraft treten soll. Deutschland weist gegenüber Brasilien einen Handelsbilanzüberschuss von sieben Milliarden Dollar auf. Lula sagte, er strebe ein Gleichgewicht in den Wirtschaftsbeziehungen an. "Brasilien sollte mehr Qualitätsprodukte herstellen und in Deutschland verkaufen", sagte er.

Der brasilianische Staatschef soll am Sonntag zusammen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Hannover Messe eröffnen, bei der Brasilien in diesem Jahr Partnerland ist. Zwischen Deutschland und Brasilien war es Ende vergangenen Jahres zu Misstönen gekommen. Merz hatte sich nach der Umweltkonferenz COP30 in Brasilien abfällig über den Konferenzort Belém geäußert. Lula riet Merz daraufhin, ein lokales Restaurant zu besuchen. So hätte er etwas vom örtlichen Leben mitbekommen, sagte Lula jetzt dem "Spiegel". Wenn er selbst ins Ausland reise, versuche er, die landestypischen Speisen zu probieren. Er habe Merz gesagt: "Wenn ich nach Deutschland reise, esse ich gern Wurst vom Straßenimbiss. Das letzte Mal, als ich im Büro von Angela Merkel war, habe ich eine Wurst gegessen, die ich an einem Stand gekauft hatte."

Auf die Frage, ob er bei der Präsidentschaftswahl im Oktober zur Wiederwahl antrete, antwortete er ausweichend. "Kommt darauf an", sagte Lula. "Es wird einen Parteitag geben, auf der meine Partei die wichtigsten Namen diskutiert." Er bereite sich darauf vor. "Mein Kopf und Körper sind 100 Prozent fit", sagte er. "Ich will 120 Jahre alt werden."

Aktuelle Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Lula und Flávio Bolsonaro voraus, dem ältesten Sohn des Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro. Dieser wurde im vergangenen Jahr wegen Putschversuchs zu 27 Jahren Haft verurteilt und sitzt zurzeit aus gesundheitlichen Gründen im Hausarrest. "Wir werden diese Wahl gewinnen", sagte Lula. "Hier gibt es keinen Platz für Faschisten. Diese rechte Ideologie, die die Welt regiert, hat keine Zukunft."

Foto: Luiz Inácio Lula da Silva (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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