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Grünen-Chefin offen für Ausweitung der Maximalarbeitszeit


Grünen-Chefin Franziska Brantner hat sich offen für eine Ausweitung der täglichen Maximalarbeitszeit gezeigt. In der Realität zeige sich heute, dass es unter den Arbeitern unterschiedliche Interessen gebe, sagte Brantner dem "Tagesspiegel".

Es gebe Menschen, die Schutz vor Ausbeutung am Arbeitsplatz bräuchten, auf der anderen Seite gebe es aber auch viele, bei denen mehr Flexibilität möglich und gewünscht sei. Ihr sei es wichtig, dass Beschäftigten die Möglichkeit eingeräumt werde, bei der Erbringung ihrer Arbeitszeit in Absprache mit ihren Arbeitgebern flexible Modelle festzulegen. Dabei müsse aber immer sichergestellt werden, dass die vermehrte Flexibilisierung nicht zu Lasten der Arbeitnehmenden gehe.

Auch eine Flexibilisierung des Kündigungsschutzes hält Brantner für denkbar. Wenn man von einer Arbeitswelt ausgehe, die sich rasant ändere, brauche es Sicherheit und Flexibilität gleichermaßen, sagte die Grünen-Politikerin. Beschäftigte bräuchten Unterstützung, sich an die Neuerungen anzupassen. "Unternehmen brauchen die Sicherheit, dass sie die nötige Flexibilität haben, die notwendigen Neuerungen voranzubringen."

Zuvor hatte bereits Co-Parteichef Felix Banaszak Lockerungen beim Kündigungsschutz in Aussicht gestellt. Eine Absage erteilte Brantner dagegen der Forderung aus der Union, den 1. Mai als Feiertag zu streichen. Sie wolle keine Feiertage streichen, erklärte die Grünen-Vorsitzende. "Wenn Herr Söder so einen dringenden Bedarf verspürt, Feiertage abzuschaffen, kann er ja gerne in Bayern damit anfangen."

Die Forderung von CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann, Berichtspflichten für Unternehmen auszusetzen, begrüßte Brantner dagegen. Natürlich müsse man ständig daran arbeiten, die Bürokratie für Unternehmen sowie Bürger zu reduzieren. Es gebe viele Berichtspflichten aus der analogen Welt, die im digitalen Zeitalter unnötig seien. "Da sollten wir großzügig ausmisten."

Foto: Franziska Brantner (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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