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DGB: Viele Beschäftigte zweifeln an Durchhalten bis zur Rente


Viele Arbeitnehmer in Deutschland zweifeln einer neuen Erhebung des DGB zufolge daran, dass sie ihren Job bis zum Erreichen des Renteneintrittsalters ausüben können. Besonders pessimistisch sind Beschäftigte in körperlich und psychisch belastenden Berufen, wie aus einer neuen Auswertung des DGB-Index "Gute Arbeit" hervorgeht, über welche die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten.

"Es ist ein bitterer Befund: Vier von zehn Beschäftigten glauben nicht daran, unter den aktuellen Arbeitsbedingungen bis zur Rente durchhalten zu können", sagte DGB-Chefin Yasmin Fahimi den Funke-Zeitungen. Im Handwerk, der Pflege, im Baugewerbe oder in Erziehungsberufen sei es sogar mehr als die Hälfte. Betroffen seien also Berufe mit hohen körperlichen Belastungen ebenso wie psychisch anspruchsvolle Tätigkeiten. Diese Realitäten dürfe die Regierung bei ihren Rentenentscheidungen nicht länger ignorieren, so Fahimi.

Für die Auswertung wurden knapp 28.000 Beschäftigte in den Jahren 2022 bis 2026 befragt. Demnach glauben lediglich 53 Prozent, ihre derzeitige Tätigkeit bis zum gesetzlichen Renteneintritt ohne Einschränkungen ausüben zu können. 40 Prozent rechnen dagegen nicht damit.

Besonders groß sind die Zweifel in einzelnen Berufsgruppen. So erwarten 72 Prozent der Beschäftigten im Bereich Sanitär, Heizung und Klempnerei, ihren Beruf nicht bis zur Rente ausüben zu können. In der Krankenpflege sind es 71 Prozent, in der Altenpflege 67 Prozent, in Hochbauberufen 66 Prozent und bei Erziehern 57 Prozent.

Als entscheidende Ursachen nennt die Untersuchung die Arbeitsbedingungen. Beschäftigte mit hoher körperlicher Belastung, dauerhaftem Zeitdruck oder starker Lärmbelastung trauen sich deutlich seltener zu, bis zum Renteneintritt zu arbeiten. So rechnen 72 Prozent derjenigen mit sehr häufig schwerer körperlicher Arbeit damit, vorzeitig aus dem Beruf auszuscheiden. Bei starker Lärmbelastung sind es 61 Prozent, bei dauerhaftem Zeitdruck 59 Prozent. Auch lange Arbeitszeiten, geringe Handlungsspielräume und fehlende betriebliche Gesundheitsförderung verschlechtern die Einschätzung.

"Das Ziel muss sein, die Menschen gesund bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter in Erwerbsarbeit zu halten", sagte Fahimi weiter. Statt die Messlatte beim Renteneintrittsalter immer höher zu legen, brauche es würdige Übergänge in die Rente und gesündere Arbeitsbedingungen. Es könne niemand wollen, dass sich ganze Generationen krank in die Rente schleppen und dann Abzüge einfach hinnehmen müssten.

Die Ergebnisse fallen in eine Zeit intensiver Debatten über die Zukunft der gesetzlichen Rente. Erst in dieser Woche hatte die Rentenkommission empfohlen, das Renteneintrittsalter langfristig an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. Der Koalitionsausschuss von Union und SPD bekannte sich anschließend dazu, die Empfehlungen der Kommission umsetzen zu wollen. Aus Sicht des DGB zeigt die neue Auswertung jedoch, dass für viele Beschäftigte zunächst die Arbeitsbedingungen verbessert werden müssten, bevor über ein längeres Arbeiten gesprochen werde.

Foto: Bauarbeiter auf einer Baustelle (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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