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Bundeswehr schließt Feldlager in Erbil


Die Bundeswehr schließt ihr Feldlager in der nordirakischen Stadt Erbil. Der Abzug soll bis Ende September abgeschlossen sein.

Das berichtet der "Spiegel". Das Verteidigungsministerium habe den Bundestag am Freitagmorgen über die Entscheidung informiert. Demnach sei der Abzug nötig, da sich die USA aus dem multinationalen Camp in Erbil zurückzögen und dann keinen Schutz mehr für das deutsche Feldlager stellten, zum Beispiel durch die US-Flugabwehrsysteme.

Das internationale Camp am Rande des Flughafens im Norden von Erbil war seit dem Beginn der US-israelischen Militärschläge gegen den Iran im Frühjahr immer wieder Ziel von Vergeltungsaktionen. Die iranischen Raketen- und Drohnenattacken richteten sich zwar nicht gegen die Bundeswehr. Wegen der räumlichen Nähe im multinationalen Camp musste aber auch die Bundeswehr immer wieder in die Schutzbunker.

In den kommenden Wochen soll das deutsche Lager nun komplett geschlossen werden. Derzeit sind wegen der seit Monaten volatilen Sicherheitslage nur noch rund 30 deutsche Soldaten in Erbil stationiert.

Mit der Entscheidung endet ein langjähriger Einsatz der Bundeswehr. Wegen des Vormarsches der Terror-Miliz "Islamischer Staat" hatte die Bundesregierung im Jahr 2015 entschieden, deutsche Ausbilder in den Nordirak zu schicken, um die kurdischen Peschmerga zu stärken. Deutschland hatte die Peschmerga damals auch mit Waffenlieferungen unterstützt, um die vorrückenden IS-Truppen zurückzuschlagen. In den Jahren darauf setzte die Bundeswehr die Beratung der Peschmerga gemeinsam mit anderen Partnern fort und beteiligte sich auch an einer internationalen Anti-Terror-Mission.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will die Beratung der Peschmerga trotz der jetzt beschlossenen Schließung des deutschen Feldlagers fortsetzen. Eine Handvoll deutscher Militärberater soll dafür auch nach Ende September in Erbil verbleiben. Die Soldaten sollen statt wie bisher im Feldlager am Flughafen im deutschen Generalkonsulat in der Stadt stationiert werden.

Foto: Bundeswehr-Soldat (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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