Nach dem ersten Teil seines Blitzsiegs in Venezuela blickt Präsident Trump, der größte Trump, den es je gab, nach Norden.
Von Meinrad Müller
Er sieht, was er schon immer sah: eine riesige und rohstoffreiche Insel. Diese ist praktisch leer. 56.000 Einwohner, weniger als in ein ausverkauftes Stadion in Dortmund passen. Oder in einen Wolkenkratzer in Manhattan.
Grönland gehört zu Dänemark, beharren die Dänen. Nicht nur verwaltet, sondern zugehörig. Ein kleines Königreich hält sich ein Gebiet, das sechsmal so groß ist wie Deutschland und siebenmal so kalt. Das, was die Wikinger mit Streitäxten vor über tausend Jahren für sich entdeckten, ist teuer. Ein teures Hobby. Kopenhagen subventioniert die Insel heute mit 500 Millionen Euro. Rund 9.000 Euro pro Grönländer jährlich. Dänemark ist wie ein Zwergpudel, der einen Eisbären an der Leine führt. Laut einer Umfrage vom Januar 2025 sind aber 85 Prozent der Grönländer gegen einen Wechsel zu den USA.
Doch die Grönländer wissen noch nichts von Trumps Trümpfen: Bürgergeld
Grönland hat keine eigene Armee. In Nuuk, der Hauptstadt, gibt es stattdessen einen Militärflughafen Pituffik, früher Thule genannt. Die Amerikaner sind längst da, zahlen Pacht, alles korrekt. Grönland ist NATO-Gebiet. Trotzdem wird man nervös, wenn Washington „genauer hinschaut“. Oder einen Sonderbeauftragten schickt. Oder Donald Trump Junior einfliegen lässt, um winterfeste Palmen anzupflanzen. Es braucht keine Panzer. Es braucht kein „so oder so“, wie der Präsident andeutet und damit meint: Euch kriegen wir, auf die eine oder die andere Weise.
Es braucht nur ein bedingungsloses Bürgergeld.
Ein großes. Ein typisch amerikanisches. Rund 4.000 Euro monatlich für jeden Grönländer. Vom Neugeborenen bis zum Rentner. Lebenslang. Dazu McDonald’s und Starbucks-Kaffee zum halben Preis Und einen Trump-Turm in Nuuk, mit Golfplatz auf dem Inlandeis, „das beste Eis aller Zeiten“. Wer morgens aufwacht und weiß, dass das Geld kommt (und vielleicht eine rote „Mach Grönland wieder groß“-Mütze dazu), stellt keine grundsätzlichen Fragen mehr. Patriotismus hört beim Geldbeutel auf. Überall auf der Welt.
Öl unterm Eis nützt gar nichts
Man muss es herauspumpen können. Das können die Amerikaner. Und die Russen. Dann doch lieber die Amerikaner. Westlicher Fortschritt ersetzt jede Frage über Unabhängigkeit. Wer seinen Milchkaffee im Pappbecher trägt und „Mach Grönland wieder groß“ murmelt, denkt nicht mehr an Kopenhagen.
Und Europa? Kein NATO-Partner wird die Stiefel putzen
Keiner wird sich wagen, sich gegen die Vereinigten Staaten zu erheben. Man wird besorgt tagen, betroffene Erklärungen abgeben und die Lage „prüfen“. Berlin wird eine Arbeitsgruppe einrichten. Brüssel eine Resolution. Paris wird schweigen, solange der Champagner nicht ausgeht. Am Ende: Schulterzucken. Weiter wie bisher.
Dänemark wird protestieren. Laut. Aber im Nachhinein vielleicht sogar erleichtert sein, die teuren Subventionen entfallen, und jene dänischen Menschenrechtsverletzungen an den Grönländern, die bisher gelegentlich zur Sprache kamen, werden künftig nicht mehr unangenehm nachhallen.
Am Ende eine formale Änderung. Ein Stern mehr auf der US-Fahne. Der 51. Und Grönland? Wird endlich warm. Zumindest wirtschaftlich. Und für die 56.000 Grönländer heißt das auch: Einwanderung ganz ohne lange Prüfung. Und mit 4.000 Dollar monatlich lässt es sich auch in Florida leben. Ohne Handschuhe und Pelzstiefel.
Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p



