Im Iran läuft seit Ende Dezember 2025 ein offener Volksaufstand. Am 9. Januar 2026 dauert er den 13. Tag. In über 110 Städten und allen 31 Provinzen sind Menschen auf den Straßen.
Von Meinrad Müller
Die Auslöser sind wirtschaftliche Not und Unterdrückung, die sich täglich verschärft. Inflation von über 40 Prozent, Verfall der Landeswährung Rial, geschlossene Bazare, leere Regale. Die Forderung lautet Sturz der Islamischen Republik. Auf den Straßen wird offen der Tod des Obersten Führers Ali Khamenei gefordert. Gleichzeitig wird die Rückkehr der Monarchie verlangt. Der Name Reza Pahlavi (65) wird laut gerufen. Öffentlich. Trotz Lebensgefahr.
Teilnehmerzahlen und Vergleich mit Leipzig 1989
Exiliranische Netzwerke und Menschenrechtsorganisationen werten Videos, Ortsmeldungen und Augenzeugenberichte aus. Das Bild ist eindeutig. In Teheran sind täglich mehrere Hunderttausend Menschen unterwegs, verteilt auf verschiedene Stadtteile. In Mashhad, Isfahan, Shiraz, Tabriz, Karaj und Ahvaz jeweils Zehntausende bis über Hunderttausend. In Dutzenden Mittelstädten mehrere Tausend gleichzeitig.
In der Summe ergibt sich eine landesweite Beteiligung von deutlich über einer Million Menschen pro Tag, nicht an einem Ort, sondern zeitgleich im ganzen Land. Zum Vergleich: In Leipzig demonstrierten 1989 rund 70.000 Menschen. Das reichte, um ein System zu kippen. Im Iran ist der Aufstand flächendeckend und trifft auf scharfe Munition.
Schüsse, Tote, Krankenhäuser unter Beschuss
Sicherheitskräfte schießen seit Tagen mit scharfer Munition. Auf X verbreiten sich Videos von nächtlichen Feuerstößen in Wohngebieten, Verletzten auf Gehwegen und Leichen auf Ladeflächen. In Fardis bei Karaj berichten Augenzeugen von Dutzenden Toten innerhalb einer Nacht. Krankenhäuser wurden gestürmt, Verletzte abgeführt, Leichen beschlagnahmt, um Opferzahlen zu verschleiern. Dokumentiert sind mindestens 45 Tote und über 2.200 Verhaftete. Exiliraner gehen von deutlich höheren Zahlen aus.
Baukräne, Folter und reale Angst
Wer heute demonstriert, kennt die Geschichte. Homosexuelle wurden und werden im Iran öffentlich an Baukränen erhängt, vor Zuschauern, als Abschreckung. Männer wurden mit Schlingen hochgezogen, langsam erstickt. Frauen gesteinigt. Oppositionelle gefoltert und von Hochhäusern gestoßen.. Diese Praxis ist dokumentiert. Sie erklärt, warum jeder Gang auf die Straße Lebensgefahr bedeutet. Dass Menschen trotzdem protestieren, zeigt die Tiefe der Verzweiflung.
Reza Pahlavi, Pro-USA-Haltung und klare Fronten
Reza Pahlavi war 18 Jahre alt, als sein Vater, der Shah, mit seiner Familie 1979 ins Exil gezwungen wurde. Heute lebt er, der in USA zum Kampfpiloten ausgebildet wurde, im Raum Washington, D.C., und tritt offen als Gegner des Regimes auf. Seine Linie ist eindeutig. Westbindung, Zusammenarbeit mit den USA, Ende der internationalen Isolation. Auf den Straßen sind offen USA-freundliche Parolen zu hören. Für viele Iraner sind die USA kein Feind, sondern der einzige Akteur, der ein Massaker verhindern kann.
US-Präsident Donald Trump warnte öffentlich vor dem Töten von Demonstranten. Diese Aussage verbreitete sich im Iran schneller als jede Demoparole.
9000 Starlink-Satelliten gegen den Blackout
Seit dem 8. Januar hat das Regime Internet und Telefon nahezu vollständig abgeschaltet. Das staatliche Telefon- und Funknetz ist tot. Genau hier greift Elon Musk ein. Sein Starlink-System besteht inzwischen aus über 9000 aktiven Satelliten, die unabhängig von nationalen Netzen arbeiten. Trotz Sanktionen wurden tausende Starlink-Antennen in den Iran geschmuggelt. Die flachen Empfangsgeräte umgehen vollständig die staatliche Infrastruktur. Videos, Koordinierung der Proteste und Lagebilder laufen darüber. Ein Regime, das ein ganzes Land abschaltet und trotzdem nicht mehr kontrolliert, hat die Hoheit verloren.
Steinmeier, Claudia Roth und das Schweigen Deutschlands
Während im Iran Menschen erschossen und an Baukränen erhängt werden, bleibt die deutsche Politik auffällig still. Von der Bundesregierung kommt kein klares Wort. Gleichzeitig wirkt das Glückwunschtelegramm von Frank-Walter Steinmeier zum 40. Jahrestag der Islamischen Revolution wie ein politischer Tiefpunkt. Damals gratulierte der Bundespräsident einem System, das massenhaft tötet und foltert. Auch Claudia Roth pflegte über Jahre besondere Beziehungen nach Teheran. Dialog, Kulturkontakte, Heute herrscht Schweigen.
Globale Folgen eines Regimebruchs
Ein freier Iran würde den Weltenergiemarkt verändern. Mit riesigen Öl- und Gasreserven könnte das Land wieder liefern. Mehr Angebot bedeutet sinkende Preise. Russland verlöre einen strategischen Partner, China einen abhängigen Rohstofflieferanten, Nordkorea Geld und Rückendeckung. Ein Umsturz in Teheran wäre kein regionales Ereignis, sondern ein Einschnitt in die globale Machtbalance. Die Lage ist eindeutig. Das Regime kämpft ums Überleben. Das Volk riskiert alles. Und dieser Aufstand wird nicht verschwinden, nur weil westliche Redaktionen wegsehen.
Internationale Terrorismusfinanzierung
Das Regime pumpt Geld, Waffen und Ausbildung in Hamas, Hisbollah, den Islamischen Dschihad und die Huthi im Jemen. Der Angriff auf Irans Nuklearstandorte am 13. Juni 2025 (Israel) und der US-Schlag am 22. Juni 2025 auf Fordow, Natanz und Isfahan zeigte vielen Iranern: Die Mullahs sind nicht unantastbar,
Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p



