Mehr als 20 Tanker passieren derzeit die Straße von Hormus pro Tag, das zeigen aktuelle Zahlen. Gleichzeitig wird an einem 300-Milliarden-Dollar-Fonds für den Wiederaufbau des kriegszerstörten Irans gestrickt.
Von Meinrad Müller
USA: Iran darf wieder Öl verkaufen
Das amerikanische Finanzministerium hat eine zweimonatige allgemeine Genehmigung erteilt. Iran darf Öl fördern, verkaufen und liefern, ohne dass Käufer in aller Welt Strafmaßnahmen fürchten müssen. In den letzten Tagen passierten mehr als 20 Tanker die Straße von Hormus, Tendenz steigend. Der Brent-Ölpreis liegt aktuell bei 76 bis 78 Dollar pro Barrel, deutlich unter den Kriegsspitzen von über 100 Dollar.
Europa und Asien spüren die Entlastung
Bis zu 12 Milliarden Dollar eingefrorener iranischer Vermögenswerte sollen freigegeben werden. Das gibt Iran finanziellen Spielraum und löst die physische Knappheit auf den Märkten langsam auf. Solange die laufenden Verhandlungen halten, bleibt der Druck auf die Preise gering und die Märkte reagieren ruhig und positiv. Damit gewinnt nicht nur die Region, sondern die gesamte Weltwirtschaft spürbar an Luft.
Der 300-Milliarden-Dollar-Fonds für den Wiederaufbau des zerbombten Irans
Im Islamabad-Memorandum steht ein klares Ziel: ein Plan für mindestens 300 Milliarden Dollar zum Wiederaufbau des kriegszerstörten Irans. Das Geld soll zerbombte Infrastruktur, Öl- und Gasfelder, Häfen und die zivile Wirtschaft wiederherstellen.
Iran sieht darin die Grundlage für einen echten Neustart. Der Fonds ist weit mehr als ein vages Versprechen. China zeigt starkes Interesse, bestehende Projekte auszubauen und neue Verbindungen zu schaffen. Die Golfstaaten wollen stabile Energie-Investitionen statt weiterer Unsicherheit.
Ist Deutschland am Wiederaufbau beteiligt?
Je stabiler die Lage wird, desto schneller können die Gelder in konkrete Projekte fließen. Straßen, Kraftwerke, Raffinerien und Häfen können modernisiert werden. Das schafft einen klaren Weg: Mehr Stabilität führt zu mehr Aufbau. Die Golfstaaten und China bringen nicht nur Geld, sondern auch praktische Erfahrung aus eigenen Großprojekten mit. Deutschland könnte sich ebenfalls beteiligen und damit seine Energieversorgung langfristig absichern. Konkretes aus Berlin haben wir aber noch nicht gehört.
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