Die Weltwoche sieht Deutschland schon als Hauptschlachtfeld im nahenden Weltkrieg. Nicht jeder kennt diese Schweizer Zeitschrift. Wer sie kennt, weiß: Mit solchen Schlagzeilen verkauft sich das Blatt einfach besser.
Von Meinrad Müller
Weltwoche setzt auf Angst als Verkaufshit
Mit dem Titel „Der Weltkrieg kommt“ wird ordentlich Stimmung gemacht. Schlechte Nachrichten verkaufen sich nun mal besser. Das Blatt nutzt das seit Jahren ziemlich geschickt. Angst und Dramatik ziehen Abos und Aufmerksamkeit.
Köppel denkt noch in alten Kategorien
Köppel denkt noch in Panzerschlachten und Kampf um Lebensraum. Er sieht Deutschland als künftiges Hauptschlachtfeld. Diese Vorstellung passt in eine Zeit, die längst vorbei ist.
Landgewinn ergibt in modernen Kriegen keinen Sinn
Dabei fragt man sich: Was wollte Russland mit einem Hektar deutschen Grund und Bodens? Russland ist das größte Land der Welt und hat Kartoffeläcker genug. Heutige Kriege funktionieren anders. Landgewinn macht keinen Sinn. Die Idee eines klassischen Eroberungskriegs wirkt veraltet.
Atombomben würden Deutschland unbrauchbar machen
Warum sollte Russland überhaupt Atombomben auf Deutschland werfen? Eine oder fünf Bomben reichten aus. Das gesamte Land wäre radioaktiv verseucht. Kein Kriegssieger wollte dort noch auf das Brandenburger Tor klettern, um eine Siegesfahne hissen. Die einmalige Rache hinterließe für Jahrtausende ein unbrauchbares Feld von Flensburg bis Garmisch.
Deutschland ist längst Kriegspartei
Genau deshalb bleibt die Frage: Warum Rache? Deutschlands Regierung hat sich längst militärisch engagiert. Deutsche Technik fliegt aus der Ukraine nach Moskau. Das wirkt so, als würden die Drohnen oder Raketen direkt in Berlin starten. Wir sind also längst Kriegspartei.
Pistorius plant ganz offen den Ausbau der Bundeswehr auf 460.000 Soldaten bis 2029. Doch Krieg kündigt man nicht drei Jahre vorher an wie einen Besuch bei der Großmutter. Dient alles nur der Umlenkung unserer Steuermilliarden in die Rüstungsindustrie.
Wer hätte dies vor zehn Jahren gewagt zu denken.
Meinrad Müller Blog: www.info333.de/p



