Werde jetzt nicht gehandelt, sei zu befürchten, dass es noch sehr viel schlimmer komme, sagte Polleit weiter. „Schließlich sind die Ursachen der Missstände nach wie vor da.“ Wichtig sei daher, sich den wahren Charakter diese Krise vor Augen zu führen: Die aktuelle Krise sei im Kern e! ine Krise des Papiergeldsystems, erläuterte der Ökonom. Über Jahrzehnte hätten die Zentralbanken mit immer tieferen Zinsen dafür gesorgt, eine „Schuldenpyramide“ zu errichten, die zur Überschuldung vieler Staaten und Banken geführt habe.
Die Pläne der Euro-Retter könnten dagegen jedoch nichts ausrichten. „Alle Rettungsmaßnahmen, wie noch mehr Schulden, Schuldenvergemeinschaftung, Bankrekapitalisierung, Fiskalpakt, Bankenunion, setzen an den Symptomen der Missstände an, lassen aber die Ursache unbehandelt: Das Ausweiten der Papiergeldmengen durch Kreditvergabe“, sagte Polleit.
Und er warnte vor den gravierenden Folgen. „Die Euro-Überschuldungskrise hat das Potenzial in eine Depression-Rezession abzugleiten – das wäre übrigens auch das, was die ökonomische Theorie nahelegt: ein Papiergeldboom muss in einer Depression enden.“ Weil aber eine Depression sehr gefürchtet und gleichzeitig das Ausweiten der Geldmenge viel! fach als die vergleichsweise bessere Lösung gesehen würden, laufe die Euro-Krise Gefahr, „das schlechteste aller Ergebnisse hervorzubringen: Depression und Zerstörung des Geldwertes - weil die EZB immer mehr Geld in Umlauf geben wird, um Pleiten von Banken und Staaten abzuwenden“.



