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Insider nutzen niedrige Kurse zum Einstieg. Die größten Käufe gab es bei der Lufthansa, Thyssen-Krupp, Heidelberger Druck, Zooplus und dem Immobilienunternehmen TAG – dem einzigen, dessen Aktie sich in diesem Jahr richtig gut entwickelt hat.


Deutschlands Firmenlenker und Aufsichtsräte haben in den vergangen beiden Wochen vor allem bei den Aktien eigener Unternehmen zugegriffen, die noch im Juni mehrjährige Tiefstände erreicht hatten. Die größten Käufe gab es bei der Lufthansa, Thyssen-Krupp, Heidelberger Druck, Zooplus und dem Immobilienunternehmen TAG – dem einzigen, dessen Aktie sich in diesem Jahr richtig gut entwickelt hat. Bei TAG nutzte Aufsichtsratschef Lutz Ristow den jüngsten leichten Kursrückschlag zum Kauf.

Dank der Käufe hält sich das Insider-Barometer bei 102 Punkten und damit dem höchsten Stand seit Februar. Das Barometer berechnen die Experten des Aachener Forschungsinstituts für Asset Management (Fifam) und von Commerzbank Wealth Management alle zwei Wochen exklusiv für das Handelsblatt. Sie stützen sich dabei auf die Käufe und Verkäufe von Aktien der eigenen Firmen, die Vorstandsmitglieder, Aufsichtsräte und deren Angehörige an die Börsenaufsicht Bafin melden müssen.

Das Kaufsignal, welches das Barometer ab einem Stand von 110 Punkten mit Sicht auf drei Monaten liefert, ist indes aktuell mit etwas Vorsicht zu genießen. Der Grund: Die Umsätze der Insider-Verkäufe sind gerade in den vergangenen beiden Wochen deutlich gesunken – für den Beginn der Ferienzeit keine ungewöhnliche Beobachtung.

Dennoch können Anleger Nutzen aus dem Barometer ziehen, wenn sie sich die einzelnen großen Transaktionen und dabei vor allem die großen Käufe bei Lufthansa und Thyssen-Krupp ansehen. „Herkömmliche Investoren sehen bei diesen beiden Unternehmen eher die Probleme, die Insider, die das Unternehmen besser kennen, richten den Blick auf die Chancen“, meint dazu Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School. Dabei empfiehlt aber auch die Mehrheit der Analysten, die die beiden Dax-Werte beobachten, die Titel zum Kauf. Seit Ende Juni haben sich bis auf die Aktie von Heidelberger Druckmaschinen alle Aktien, die Insider zuletzt gekauft haben, zugelegt.
 
Nicht immer sind Insiderkäufe ein guter Indikator. So hatte der Vorstandschef der Commerzbank, Martin Blessing, letztes Jahr im Mai fast sein halbes Brutto-Jahresgehalt in neue Aktien des Instituts gesteckt. Zwischendurch war er damit 50% im Minus.
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