US-Staranwalt Feinberg: Keine Gier bei Wall-Street-Bankern. "Diesen Leuten geht es nicht um Häuser, Autos oder Reisen. Sie sehen ihre Gehälter als eindeutigen Beleg ihres persönlichen Wertes".
Der prominente US-amerikanische Anwalt Kenneth Feinberg hält Topmanager nicht für gierig. "Diesen Leuten geht es nicht um Häuser, Autos oder Reisen. Sie sehen ihre Gehälter als eindeutigen Beleg ihres persönlichen Wertes", sagte er der Wochenzeitung "Die Zeit".
"Gier bedeutet, dass jemand ganz bewusst versucht, mehr herauszuholen, als ihm zusteht. Die meisten Topmanager und Wall-Street-Banker aber glauben, dass sie diese Summen wirklich verdienen. Das ist keine Gier. Das sind Meinungsverschiedenheiten über die finanzielle Realität."
Feinberg war von der US-Regierung 2009 im Zuge der Finanzkrise beauftragt worden, die Gehälter der Topmanager von sieben Konzernen zu begrenzen, die zuvor staatliche Hilfe erhalten hatten. Darunter befanden sich die Citigroup, die Bank of America und die Versicherung AIG.
Im Mai hatte ein Londoner Gericht nach einem monatelangen Prozess entschieden, die Commerzbank müsse an die ehemaligen Banker der Dresdner Kleinwort insgesamt rund 50 Millionen Euro ausschütten. Vor der Übernahme durch die Commerzbank hatte der damalige Dresdner-Kleinwort-Chef Stefan Jentzsch seinen Investmentbankern im August 2008 einen Bonus-Pool von 400 Millionen Euro versprochen - obwohl die Banker Milliardenverluste generierten. Die Commerzbank hat gegen das Urteil Einspruch erhoben.
Bei der Deutschen Bank bekommt in diesem Jahr kein Mitarbeiter mehr als 200.000 Euro an Bonus ausgezahlt. Alles, was darüber hinaus gehe, werde aufgeschoben und in den nächsten Jahren ausgeschüttet, sagte eine mit den Plänen vertraute Person.