Nach „Manager müssen Mut machen“, dem Wirtschaftsbuch des Jahres 2008, präsentiert der preisgekrönte Autor Peter Baumgartner ein fesselndes Buch über den Respekt von Grenzen in der Wirtschaft und im Alltag. „Geniale Grenzgänger“
Die gegenwärtige Wirtschaft ist geprägt von Maßlosigkeit und Gier. Neben den weit geöffneten Schranken zu Mehr und immer Mehr haben „Genug ist genug“-Rufe kaum Platz. Doch die Notwendigkeit von Limits in unserer Gesellschaft zeichnet sich spätestens in Krisenzeiten wie diesen ab.
Bereits der britische Polarforscher Sir Ernest Shackleton zeigte bei der waghalsigen Nimrod-Expedition (1907-1909), dass nur Respekt vor Grenzen zu nachhaltigem Erfolg führen kann. Durch seine selbstlose Führungskunst und seinem verantwortungsbewussten Mut zur Rückkehr sicherte er das Vermächtnis und Überleben seiner Teilnehmer, deren Leben ihm wichtiger war als sein persönlicher Triumph. Shackleton lebte am Limit, schritt aber nie darüber hinaus.
Täglich werden wir mit Grenzen konfrontiert und müssen lernen, mit ihnen umzugehen: Globale Ausbeutung, die zur Spaltung der Gesellschaft führt, zeigt, dass unendliches (Wirtschafts-)Wachstum und Konsum auf Dauer nicht möglich sind. Die Notwendigkeit eines ausgewogenen Lebens schlägt sich auch im Spagat zwischen Karriere und Privatleben nieder: Limitüberschreitung führt zu Burn-Out; nur durch Ausgeglichenheit und den richtigen Umgang mit Erfolg können langfristig gute Ergebnisse erzielt werden. Unternehmensintern müssen in einer von Wandel geprägten Zeit zukunftsfähige Strategien entwickelt werden, innovatives Handeln und kompromisslose Wahrheitsliebe durch Führungspositionen müssen vorausgesetzt werden.
Peter Baumgartner spürt diese Erfolgsfaktoren am Limit auf, beleuchtet ethische und moralische Entscheidungen und setzt seine Erkenntnisse auf wirtschaftliche Machbarkeiten um. Anschaulich und lebhaft geschildert, untermalt von zahlreichen Beispielen und Statistiken und durchzogen vom roten Faden Shackleton, weist er auf die Tücken unserer unersättlichen Gesellschaft hin und deckt die Notwendigkeit genügsamen Handelns in allen Lebenslagen auf.
Sein neues Buch beweist: erst überlegenes Agieren in Grenzbereichen macht souveränes Wirtschaften möglich – nur wer seine eigenen Grenzgänge weitererzählen kann, ist in der Lage, ein Wegbereiter für andere Menschen zu werden.



