Der 12. September 2012 wurde als Aufreger-Tag an den Finanzmärkten angekündigt. Denn für diesen Tag war die Entscheidung des deutschen Bundesverfassungsgerichts zur Rechtmässigkeit des ESM in Deutschland angekündigt. Das Urteil war ein ähnlicher Kompromiss wie frühere Entscheidungen dieser Art: „rechtmässig“ und mit dem Grundgesetz vereinbar, aber mit Auflagen. Der Euro lebt immer noch. Aber dafür lebt der Goldpreis wieder auf.
Von Walter K. Eichelburg
Das Urteil zum ESM:
Die Pressestimmen zu diesem Urteil reichten von „Bedingungslose Kapitulation“, „Das überforderte Gericht“, „Schlappe für Euro-Skeptiker, „Die feige Republik Deutschland“ bis zu „Karlsruher Albernheiten“. So beschreibt es die FTD im letzten Artikel:
Die Mehrheit der Abgeordneten im Bundestag und im Europäischen Parlament, alle Regierungen in der EU und die Märkte sind erleichtert. Karlsruhe hat, wie zuletzt denn doch fast sicher erwartet, grünes Licht für den permanenten Rettungsmechanismus ESM gegeben. Die Richter bleiben ihrer Linie treu: Am Ende lassen sie den Bundestag und die EU-Institutionen weitermachen, aber sie bauen ein paar kleine Bremsen ein.
Genau das wurde erwartet, denn eine glatte Ablehnung des ESM hätte wahrscheinlich zu einer Panik an den Märkten und einer Massenflucht aus dem Euro geführt. Das wollte man unbedingt verhindern, auch wenn die BRD (wie alle anderen Euro-Staaten auch) das Grundrecht des Parlaments der Budgethoheit mit dem ESM aufgibt. Aber die Euro-Rettung geht vor, besser gesagt der Betrug an den Sparern, denen man noch nicht sagen möchte, dass deren Erspartes weg ist.
Das Ersparte ist in der Tat bereits weg, denn es verfault auf den Müllhalden von Athen oder Madrid. Es wurde in Konsumkredite aller Art gesteckt, die am Ende beim Sparer in Währungsreformen abgeschrieben werden müssen. Wer etwa glaubt, dass die Griechen oder Spanier ihre hohen Schulden im Ausland in realem Wert zurückzahlen könnten, ist ein unverbesserlicher Träumer – oder EU/Euro-Gläubiger, davon gibt es besonders in der Politik sehr viele – die „Barroso-Soldaten“. Bei Griechenland haben wir schon den ersten Schuldenschnitt gesehen. Diejenigen aus der deutschen Politik und den Medien, die 2010 aus Solidarität griechische Staatsanleihen gekauft haben, haben es schon gespürt. Haben sie gelernt?
Gold:
Der Goldpreis ist in den vergangenen Wochen massiv angestiegen, bis auf zuletzt $1771/€1349 pro Unze. Silber noch mehr. In Euro wurden beim Gold sogar schon €1361/oz erreicht, also nur mehr minimal vom All-Time-High von €1381 entfernt. Und es wird wahrscheinlich jetzt so weitergehen, da besonders bei Silber eine Knappheit am Markt herrscht und die Spekulanten wieder aufspringen.
$2000/oz bei Gold sollten bis Jahresende erreicht werden können – falls nichts Besonderes passiert. Kommt der Systemcrash, dann gibt es nach Oben kein Limit mehr. Es ist fraglich, ob es den Euro in 2013 noch geben wird.



