Sowohl die Lage als auch die Erwartungen wurden von den etwa 7000 befragten Unternehmen schlechter beurteilt als noch im August. Damit bleiben deutsche Unternehmen trotz der jüngst erzielten Fortschritte bei der Eindämmung der Staatsschuldenkrise skeptisch für die hiesige Konjunktur. Dies gilt vor allem für das Verarbeitende Gewerbe sowie den Bausektor. Die jeweiligen Indizes gaben nämlich weiter nach und rutschten damit tiefer in den negativen Bereich. Dagegen hellte sich die Stimmung im Groß- und Einzelhandel etwas auf.
Auch wenn sich die Situation an den Finanzmärkten zuletzt eindeutig stabilisiert hat und die Aktien sogar zulegen konnten, trauen deutsche Unternehmen dem Frieden noch nicht so recht, was sich an den insgesamt enttäuschenden ifo-Daten ablesen lässt. Die erneute Stimmungseintrübung macht außerdem deutlich, dass Fortschritte in Sachen Staatsschuldenkrise nicht automatisch mit einer besseren Konjunkturentwicklung einher gehen. Denn am Sparen führt in den hochverschuldeten Euro-Staaten ungeachtet verstärkter Hilfsmaßnahmen kein Weg vorbei. Kürzungen bei Staatsausgaben und Löhnen führen notwendigerweise zu einem Rückgang des Wachstums, da die Exporte wegen mangelnder Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft in vielen Euro-Staaten - wenn überhaupt - nur moderat steigen.



