An den ersten beiden Tagen des neuen Fiskaljahres machten die USA beachtliche 104,3 Milliarden Dollar neue Schulden. Doch das scheint die Finanzmärkte nicht zu stören. Diese fokussieren sich weiter auf die Euro-Zone.
von Peter Boehringer
Wo Folker Hellmeyer recht hat, hat er recht. Im heutigen Tageskommentar auf Goldseiten.de weist er auf eine WIRKLICH „sportliche“ aktuelle Leistung der USA hin: „Neuverschuldung in den USA … an den ersten beiden Kalendertagen des neuen Fiskaljahrs … in Höhe von ‚sportlichen‘ 104,8 Mrd. USD. “
In den ersten beiden Tagen (!) des neuen US-Fiskaljahrs ab 1.10.2012 stieg also die US-Neuverschuldung um 105 Mrd Dollar!! [Nein, wir werden hier nicht aufs Gesamtjahr hochrechnen (das wären 18 Billionen Dollar, das schafft nicht einmal Obama) – aber warten wir mal 6 Monate des neuen FY ab – 1,8 Bio Dollar Neuverschuldung 2012/13 könnten bis in 12 Monaten durchaus drin sein…]
Da war wohl doch noch ein „klein wenig Stau“ aus dem eben beendeten Fiskaljahr im US-System, in dem die knapp 1,3 Bio US-Dollar wie auch schon im Vorjahr über 8,3% BIP-Neuverschuldung entsprachen – mithin spanische / griechische Verhältnisse aus deren Rekordjahren (inzwischen dort erheblich tiefer).
Hellmeyer weiter: „Wir sind erstaunt, wie wichtig europäische marginale Defizitverfehlungen sind und welche Mark erschütternden Folgen damit von den Finanzmärkten den Reformländern aufoktroyiert werden (2011 GR 4 Mrd. Euro Verfehlung mit dramatischen Folgen für gesamte Eurozone), während die prekäre Situation in den USA von den Finanzmärkten im Rahmen asymmetrischer Wahrnehmung vollständig ausgeblendet wird.“
Auch soweit kann man folgen. Nicht neu, sondern Dauerzustand seit über 10 Jahren – aber trotzdem ist die Feststellung der akuten Unfairness der US/UK-Analysten weiterhin richtig!
„[Wir werden sehen], dass man uns später attestieren wird, sachlich richtig und frühzeitig vor diesem Elefanten im Porzellanladen gewarnt zu haben. Das ist schließlich die Aufgabe der Analyse. Es ist definitiv nicht die Aufgabe der Analyse, das größte Problem klein zu schreiben und dabei vermeintlich neuen Paradigmen oder dem Mediengetöse aus NY und London Folge zu leisten.“
Nun, seit seiner Prioritätenwende in der Analyse ca. 2009 wird man Folker Hellmeyer sicherlich nicht mehr vorwerfen können, die angelsächsischen Mega-Probleme ausgeblendet zu haben. DIESE Sorge muss er also nicht haben. Wohl aber sollte er weiterhin den nach unten zeigenden Daumen der noch zu schreibenden Analysen-Geschichte fürchten, denn (leider) wird die so gern zitierte „Kraft des Faktischen“ am Ende eben doch die EU und den EUR VOR dem Dollar zusammenbrechen lassen. Trotz bzw. gerade WEGEN der unsäglichen „EUR-Rettungen“ per ESM, EZB usw.! Man mag es bedauern – es wird trotzdem so kommen.
Das hängt zum einen mit den von Folker Hellmeyer ganz konsequent und IMMER aus den Polit-Analysen ausgeblendeten RIESIGEN Spannungen und Unterschieden in Kultur und Wirtschaftskraft INNERHALB EURopas zusammen, die keine gemeinsame Währung und kein (nicht existentes!) „EUR-Staatsvolk“ aushalten können. Der Zwangs-EUR gegen alle demokratischen Mehrheiten und mit planwirtschaftlichem Einheitszins ohne Linderung durch Wechselkursschwankungen war und ist - völlig unabhängig von den noch viel schlimmeren Verschuldungszahlen in UK und USA - eben eine Fehlkonstruktion einer Währung im extrem heterogenen Gebiet eines multikulturellen und multisprachlichen EU-Gebildes OHNE JEDEN natürlichen Zusammenhalt und Solidaritätswillen einer in Jahrhunderten gewachsenen Schicksalsgemeinschaft!
Und natürlich hängt es auch mit den international gleichgeschalteten Presstitutes und den angelsächsischen Bank-Analysten und Geldverwaltern zusammen, deren in über 100 Jahren aufgebaute Finanz- und Deutungsmacht man nicht durch lediglich halb-wahre und damit halbgare Polit-Analysen zu Fall bringen kann.
Nur die VOLLE Wahrheit kann den Erfolg gegen diese Mächte bringen. Gold ist zugleich die einzig natürliche Währungs-Wahrheit wie auch der unbestechliche Schlüssel zum Erfolg. Silber ebenfalls.
Raus aus dem Euro. Raus aus dem Dollar und dem Pfund. Raus aus allen Geldwerten!



