Auf öffentlichen Druck will die Bundesbank jetzt "Teile" der deutschen Goldreserven heimführen und auf Echtheit überprüfen. Herrscht in Frankfurt die Angst vor Wolframbarren? Und warum wird nicht sofort alles Gold nach Deutschland gebracht? Bleibt die bange Frage: Ist es überhaupt noch da? Ist es echt? Wurde es veruntreut? Wurde es gar per Geheimvertrag verpfändet?
von Michael Mross
Das Scheitern der Gold-Besichtigung der beiden Bundestagsabgeordneten Philipp Mißfelder und Marco Wanderwitz ist ein Skandal. Weder öffnete die Fed in New York den Tresor, damit die Deutschen ihr Gold prüfen können, noch gewähren Paris und London den Zugang zum Deutschen Gold. Damit tun sich Abgründe auf.
Der Bundesrechnungshof hat schon letztes Jahr von der Bundesbank eine genaue Bestandsaufnahme der riesigen Goldreserven im Ausland sowie regelmäßige Kontrollen gefordert. Nun will die Bundesbank einen "Teil" ihrer Goldreserven aus den USA nach Deutschland bringen. Hier sollen die Barren eingeschmolzen werden, um die Menge und Echtheit des Edelmetalls zu überprüfen, wie ein Bundesbanksprecher erklärte. Der Bundesrechnungshof gab sich damit allerdings nicht zufrieden, sondern bezeichnete die Rückholung aus der US-Notenbank Fed lediglich als "einen ersten Schritt, aber kein umfassendes Verfahren".
Gefälschte deutsche Goldbarren bei der Fed?
Alles nur Lippenbekenntnisse? Warum nicht alles Gold nach Deutschland? Und außerdem pikant: Der kleine Teil, den die Bundesbank angeblich nach Deutschland bringen will, soll eingeschmolzen werden, um die Echtheit zu überprüfen. - Falls man das Fed Gold auf Echtheit überprüfen muss, dann muss man sich erst Recht Sorgen um den Rest des Goldbestandes in den USA machen. Wurde er etwa mit Wolfram "ausgehärtet"? Sind die Goldbarren gefälscht? Handelt es sich um Wolframbarren?
Eigentlich müsste ein Aufschrei durch die Bevölkerung gehen. Keine andere Nation würde sich so etwas bieten lassen. Dass es weder in Paris noch in London geeignete Räumlichkeiten zu Besichtung des Goldes gebe (so die offizielle Begründung der Bundesbank), ist ein Witz - wenn es nicht so ernst wäre. - Aber noch dramatischer ist die Befürchtung, dass die im Ausland lagernden Barren mittlerweile gefälscht sind. Wolframbarren mit Goldüberzug, das ist die Sorge, welche nun selbst die Bundesbank hat.
Es geht um die eiserne Reserve der deutschen Bevölkerung. Doch der größte Teil der deutschen Goldreserven (insgesamt 3.400 Tonnen, Wert: mehr als 150 Milliarden Euro) lagert im Ausland, nur ein kleiner Teil bei der Bundesbank in Frankfurt/Main. Das Gold ist damit dem deutschen Einfluss entzogen. Ob es gefälscht wurde, oder überhaupt noch vorhanden ist, kann bisher niemand sagen.
Wieviel Gold tatsächlich bei der Bundesbank lagert, ist nicht mal offiziell bekannt. Auch das ist ein Skandal. Aktuellen Schätzungen zufolge sind es nur 20-30%.
Warum bleibt Deutschland das verwehrt, was der venezuelanische Staatschef letztes Jahr mit größter Selbstverständlichkeit durchführte: Der Rücktransport des eigenen Goldes aus den Tresoren von London und New York? Unter dem Jubel der Bevölkerung wurde das Edelmetall in die heimischen Tresore der Zentralbank überführt. Nur in Deutschland scheint es damit Probleme zu geben.
Die Begründungen, warum dies so ist, waren schon immer vage. Es scheint fast so, als lässt sich die Bundesbank vor den Karren der Auslands spannen, um die deutsche Bevölkerung mit fragwürdigen Begründungen ruhig zu stellen. Schon seit Jahrzehnten hat keine deutsche Aufsichtsperson unser Gold je gesehen, geschweige den Buch darüber geführt - noch überprüft, ob es auch wirklich echt ist.
Unsere "Freunde" in New York, Paris und London behaupten einfach, es sei noch da. Ist das glaubwürdig? Oder ist es eine Lüge?
Und wenn es noch da ist, warum ist es denn so schwierig, es nach Frankfurt zu bringen? Fragen über Fragen. Befriedigende Anworten gibt es keine.
Angesichts dieses Tatbestandes müsste die Angelegenheit eigentich zur Chefsache in der Politik gemacht werden. Dass zwei Parlamentarier sich auf die Suche nach dem Gold machen, ist zwar löblich, reicht aber nicht.
Die Tatsache aber, dass Schäuble und Merkel zum Thema schweigen, wiegt schwer. Da bleibt nur eine Vermutung: Das deutsche Gold ist schon längst weg! Die Bundesbank ist lediglich dazu da, Fragen abzuwiegeln, Presse und Menschen ruhigzustellen. Wie lange kann man diesen Zustand aufrechterhalten, ohne dass es zur offenen Konfrontation kommt?
Kanzlerakte und Gold: Zusammenhänge
Der Verbleib des deutschen Goldes ist und bleibt ein Mysterium. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es geheime Verträge gibt, nach denen die Deutschen nach dem Krieg das Gold als Pfand abtreten mussten. - Nicht anders ist das Schweigen der Politik und das fragwürdige Verhalten der Bundesbank in den vergangenen Jahren zu interpretieren.
Über die Echtheit der "Kanzlerakte" und des "Geheimen Staatsvertrags", der neben dem Grundgesetz gültig sein soll, wird schon seit langem gerätselt. Diese Behauptungen hatte bereits Prof. Dr. James Shirley 1999 im Hearst-Verlag in New York veröffentlicht.
Letztes Jahr nahm nun sogar der ehemalige Chef des Militärischen Abschirmdienstes MAD und spätere Kommandant der 12. Panzerdivision der Bundeswehr, Generalmajor Gerd-Helmut Komossa, dazu Stellung. Er bestätigt in seinem Buch «Die deutsche Karte – Das verdeckte Spiel der geheimen Dienste» [...] die seit 1999 kolportierten Meldungen zur "Kanzlerakte". Dazu Generalmajor Komossa [Auszug, auf Seite 21 des Buches]:
«Der geheime Staatsvertrag von 21. Mai 1949 wurde vom
Bundesnachrichtendienst unter ‹Strengste Vertraulichkeit› eingestuft. In ihm
wurden die grundlegenden Vorbehalte der Sieger für die Souveränität der
Bundesrepublik bis zum Jahre 2099 festgeschrieben, was heute wohl kaum
jemandem bewusst sein dürfte. Danach wurde einmal der «Medienvorbehalt
der alliierten Mächte über deutsche Zeitungs- und Rundfunkmedien bis zum
Jahr 2099 fixiert. Zum anderen wurde geregelt, dass jeder Bundeskanzler
Deutschlands auf Anordnung der Alliierten vor Ablegung des Amtseides die
sogenannte ‹Kanzlerakte› zu unterschreiben hatte. Darüber hinaus bleiben
die Goldreserve n der Bundesrepublik durch die Alliierten gepfändet.»
Quelle: Gerd-Helmut Komossa, "Die deutsche Karte: Das versteckte Spiel der geheimen Dienste", Ein Amtschef des MAD berichtet, Ares Verlag.
Trotz des Buches von Komossa galt die "Kanzlerakte" immer noch als Hirngespinst von irgendwelchen Verschwörungstheoretikern. Was dabei aber völlig ignoriert wurde, ist die Tatsache, dass selbst das Wochenmagazin "ZEIT" in einem ausführlichen Artikel darüber berichtete. Es ging dabei um die Tatsache, dass alle Bundeskanzler einen geheimen, so genannte "Unterwerfungsbrief" unterschreiben müssen. Nur einer wehrte sich zunächst: Will Brandt.
Zu Beginn seiner Amtszeit im Herbst 1969 wollte der frisch gewählte Bundeskanzler Willy Brandt ein Schreiben an die drei westlichen Siegermächte zunächst nicht unterschreiben, in dem er die eingeschränkte Souveränität der Bundesrepublik Deutschland ausdrücklich bestätigen sollte. Dies berichtet Egon Bahr, unter Brandt Staatssekretär im Kanzleramt, in einem Beitrag für die ZEIT.
An der Realität der "Kanzlerakte" kann es daher keinen Zweifel geben. Wenn dem so ist, dann wäre es durchaus möglich, dass die Pfändung deutschen Goldes durch die Alliierten immer noch Bestand hat. Deshalb ist es umso wichtiger, darüber nun Klarheit herzustellen.
Initiative "Holt unser Gold heim": gold-action.de



