Es ist Zeit für eine Gold gedeckte Deutsche Mark. - Im Kern ist die aktuelle Eurokrise auf eine strukturelle Ursache zurückzuführen: alle 17 Mitgliedsstaaten der Währungsunion dürfen Geld drucken und es den anderen Staaten aufhalsen. Besonders Deutschland steht kurz vor der Plünderung seines Kapitals durch die Südschiene. Deutschland sollte deshalb sofort die Währungsunion verlassen und eine eigene, Gold gedeckte neue Deutsche Mark einführen.

von Patrick Barron und Godfrey Bloom
Die jetzige Eurokrise bietet Deutschland eine einmalige Chance, die Welt von der monetären Vernichtung zu retten und wirtschaftliches Chaos, soziale Unruhen und menschliches Leid zu vermeiden. Im Kern ist die aktuelle Eurokrise auf eine strukturelle Ursache zurückzuführen: alle 17 Mitgliedsstaaten der Währungsunion dürfen Geld drucken und es den anderen Staaten aufhalsen. Dr. Philipp Bagus von der König Juan Carlos Universität in Madrid diagnostiziert in seinem Buch mit dem treffenden Titel Die Tragödie des Euro insbesondere eine Krise in den armen Teilen der Bevölkerung. Gerade Deutschland steht kurz vor der Plünderung seines Kapitals durch die unausweichliche Eigendynamik der Krise der Armen. Es sollte sofort die Währungsunion verlassen und eine eigene, Gold gedeckte Deutsche Mark (DM) einführen.
Der Aufbau der Währungsunion
Das europäische Zentralbankensystem (EZBS) besteht aus seiner Zentralbank, der Europäischen Zentralbank, und den nationalen Zentralbanken der Währungsunion. Die letzteren bestehen weiterhin innerhalb ihre souveränen Nationen. Laut Vertrag ist es der EZB verboten, die Schulden von Mitgliedsstaaten zu finanzieren. Doch das geltende Recht wird derart interpretiert, dass das Verleihen von Geld nicht illegal ist. Die Nationalbanken können sich dann mit dem geliehenen Geld als Sicherheit weitere Liquidität verschaffen. Natürlich ist das nur ein Schlupfloch durch das geltende Recht, das ja so vehement von verantwortungsvollen Mitgliedsstaaten wie Deutschland bei der Einführung gegenüber anderen Staaten verteidigt wurde.
Degeneration der EZB zur Inflationsmaschine
Als die EZB um die Jahrtausendwende herum gegründet wurde, glaubten alle an eine Geldpolitik in Anlehnung an die der deutschen Zentralbank – der Bundesbank. Sie war bis dahin für die geringste Inflation in der westlichen Welt bekannt. Aber man nahm ja auch an, dass die Währungsunion keine Schuldenschnitte erlauben würde. Deswegen fielen die Zinsen für neue Kredite bei vielen Mitgliedsstaaten auf das Niveau der deutschen Finanzierungssätze. Doch leider wurden die niedrigen Zinsen von den Mitgliedern nicht zur Schuldentilgung genutzt, stattdessen wuchs das Schuldenvolumen bei vielen. Als den Anleihenhändlern klar wurde, dass eine Rückzahlung der Schulden unwahrscheinlich ist, war die Eurokrise geboren. Die Zinsen zur Finanzierung stiegen dann in den entsprechenden Staaten beachtlich.
In den letzten Jahren hat die EU mehrere Rettungsschirme konstruiert, das eigentliche Problem aber immer noch nicht gelöst. Tatsächlich ist es sogar schlimmer geworden. Auch größere Mitgliedsstaaten haben sich zu einer Schuldenorgie hinreißen lassen und werden wohl ohne Hilfszahlungen um einen Schuldenschnitt nicht herum kommen. Der Kreis schließt sich also bei Dr. Bagus´ Vorhersage: Die gemeinsamen Einlagen sind geplündert und der Euro wertlos. Die EZB und viele Staaten der Währungsunion wollen unbegrenzte Anleihenkäufe durch die EZB legalisiert wissen. Einzig und allein Deutschland stimmt dagegen. Allein steht Deutschland der Inflationssucht der anderen gegenüber.
Deutsche Angst vor der Inflation
Deutschland erlitt 1923 eine der schlimmsten Hyperinflationen der Welt und die schrecklichste in einer Industrienation überhaupt. Die Zentralbank vernichtete die eigene Reichsmark und trieb so die Bevölkerung ins Elend und zur Verzweiflung. Und jetzt, nach nur ein paar Dutzenden Jahren der restriktiven Geldpolitik, steht der Euro vor dem gleichen Schicksal. Immer mehr Mitgliedsstaaten möchten vor dem immer schneller wachsenden Schuldenberg gerettet werden – am liebsten durch unbegrenzte Gelddruck-Orgien seitens der EZB. Bedauerlicherweise muss Deutschland die neu gedruckten Euroscheine akzeptieren, da es Mitglied der Währungsunion ist. Die daraus resultierende Inflationsgefahr hat mittlerweile auch den letzten Banker wachgerüttelt.
Es ist genau jenes worst-case Szenario, vor dem man sich bei der Einführung des Euro fürchtete: geldpolitisch von anderen inflationstreibenden Staaten abhängig zu sein. Dennoch gab man hoffnungsvoll die geliebte Deutsche Mark zu Gunsten des Euro auf. Doch Deutschland kann der Zerstörung ein Ende bereiten und die Welt samt sich selbst retten. Es kann aus der Währungsunion austreten und eine goldgedeckte Deutsche Mark einführen.
Es ist Zeit für eine Gold gedeckte Deutsche Mark
Entgegen allem Geschwätz der EU-Beamten gibt es keinen Hinderungsgrund, warum ein souveräner Staat nicht die Gemeinschaftswährung ablegen und eine neue Währung einführen kann. Am wahrscheinlichsten wäre in dem Fall wohl ein Wechselkurs von 1:1 für Euro zu DM. Danach wäre die DM unabhängig und könnte genauso frei wie das britische Pfund oder der Dollar gehandelt werden. Die Deutsche Bundesbank wäre wieder allein für die Geldpolitik Deutschlands zuständig. Wenn Deutschland die Gemeinschaftswährung verlässt, schützt es seine Bürger vor der Tragödie des kleinen Manns. Die Inflationsrate und Preise würden nicht mehr von anderen Staaten hochgetrieben werden. Wertvernichtende Schuldenschnitte gehörten der Vergangenheit an.
Trotzdem sollte Deutschland noch einen Schritt weiter gehen. Es sollte die DM an Gold binden. Nach den USA, China und Japan ist Deutschland schließlich die viertgrößte Wirtschaft der Welt. Weiterhin besitzt Deutschland mehr Gold als jeder andere Staat außer den USA. Mehr sogar als China, Japan oder ein europäisches Land. Damit aber eine solche Gold gedeckte Währung am Markt angenommen wird, benötigt es vor allem Vertrauen in den Herausgeber. Nun gilt die Bundesbank nicht nur als sehr integer, sondern ist weltweit auch für eine stabile Währung bekannt. Deutschland hat eine ausgezeichnete Reputation für rechtsstaatliches Schaffen, fortschrittliche Finanzarchitekturen und ein stabiles politisches System. Deswegen würde Deutschland der Welt beweisen, dass eine Gold gedeckte Währung möglich und sogar anstrebenswert ist. Nach der Einführung einer Gold-DM würden wahrscheinlich viele Handelspartner ebenfalls auf eine Gold gedeckte Währung umsteigen, denn sie werden erkennen müssen, dass Gold das beste Geld für internationale Finanztransaktionen ist. Das war schon vor Jahrtausenden so.
Deutschland sollte die Gelegenheit nutzen!
Natürlich gibt es neben dem anti-inflationärem Effekt und der damit einhergehenden Werterhaltung noch andere Gründe für eine Goldwährung. Uns erwarten alle Vorteile eines weniger manipulativen Staates, da die Regierung ihre Ausgaben-Orgie nicht mehr selbst über die Zentralbank via Inflation in Form von Fiat-Geld finanzieren kann. Die Menschen wären dann auch weniger staatshörig, da sie nicht mehr für Sonderausgaben zu Lasten der Gesellschaft betteln müssten. Denn im Kern benötigt die Regierung das Einverständnis der Bürger für eine Aufstockung des Gold gedeckten Haushalts! Die Liste der Vorteile kann hier beliebig fortgesetzt werden. Es verbleibt zu sagen, dass gesundes Geld immer an Gold gebunden ist. Deutschland kann jetzt eine einmalige Führungsrolle in der Welt übernehmen und sich des Respekts vieler dankbarer Nationen bewusst sein. Noch nie gab es einen günstigeren und dringlicheren Moment in der Geschichte. Deutschland sollte die Gelegenheit nutzen!



