Spekulative Finanzanleger für jüngsten Preisrückgang bei Gold hauptverantwortlich. Neben einem Abbau der Long-Positionen kam es zugleich zu einem Aufbau der Short-Positionen auf ein 15-Wochenhoch. Die Bereinigung dürfte weitgehend abgeschlossen sein. Monti-Rücktritt lässt Euro-Krise wieder aufflammen.
von Commerzbank Commodity Research
Wie von uns erwartet, ging der jüngste Preisverfall bei Gold vom Futures-Markt aus. Denn in der Woche zum 4. Dezember kam es bei den spekulativen Finanzanlegern zu einem deutlichen Abbau der Netto-Long-Positionen um 22% auf 118,7 Tsd. Kontrakte. Damit wurde der Aufbau der Netto-Long-Positionen in den vier Wochen zuvor komplett wieder wettgemacht. Neben einem Abbau der Long-Positionen kam es zugleich zu einem Aufbau der Short-Positionen auf ein 15-Wochenhoch. Die Bereinigung dürfte weitgehend abgeschlossen sein. Der Druck auf die Preise von dieser Seite sollte daher nachlassen. Wir erachten die aktuell niedrigen Goldpreise als nicht nachhaltig. So spricht z.B. der angekündigte Rücktritt des italienischen Ministerpräsidenten Monti, der die Schuldenkrise in der Eurozone wieder aufflammen lassen könnte, für steigende Notierungen des gelben Edelmetalls.
Daten der Zensus- und Statistikbehörde Hongkongs zufolge hat China im Oktober „nur“ 47,5 Tonnen Gold aus Hongkong importiert, die geringste Menge seit Februar. Die Netto-Importe lagen sogar auf dem tiefsten Stand seit Juni 2011. Angesichts der hohen Preise – Gold erreichte Anfang Oktober mit knapp 1.800 USD je Feinunze kurzzeitig ein 11-Monatshoch – haben sich die chinesischen Händler offensichtlich mit Goldkäufen zurückgehalten. Dies dürfte ein wesentlicher Grund für den zwischenzeitlichen Preisrückgang von Gold um fast 100 USD im Oktober gewesen sein.



