Lüge des Psychiaters Dr. Wörthmüller bewiesen - kommt Gustl Mollath bald frei?
Von Leon Berger
Dr. Michael Wörthmüller, eine Schlüsselfigur im Fall Gustl Mollath, hat gelogen. Gustl Mollath hatte den Psychiater bereits 2004 schriftlich angezeigt und in der Strafanzeige behauptet, dass er die Verbindung von Dr. Wörthmüller zu den "
Der Beweis für die Lüge des Dr. Wörthmüller ist nun aber ein Schreiben vom Amtsgericht Nürnberg an Gustl Mollath vom 5.5.2004. In diesem Schreiben wird Gustl Mollath mitgeteilt, dass er zwangsweise in die von Dr. Wörthmüller geleitete Klinik eingewiesen wird und dort von Dr. Wörthmüller persönlich begutachtet werden soll. Gustl Mollath wusste also spätestens durch diesen Brief vom 5.5.2004 sehr genau um die zentrale Rolle von Dr. Wörthmüller in seinem Fall. Man kann nun zwar nicht ausschließen, dass der persönliche Kontakt von Dr. Wörthmüller zu Gustl Mollath schon vor dem Erhalt des Briefes vom 5.5.2004 und dann eventuell tatsächlich aus reinem Zufall stattfand. Dr. Wörthmüller hatte in dem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung vom November 2012 auch behauptet, dass das angeblich zufällige Treffen und das sich daraus ergebende Gespräch auf der Straße über den Schwarzgeldkomplex stattgefunden hätten, bevor er als Gutachter von dem Gericht in der Sache Mollath angefragt worden sei. In dem von Dr. Wörthmüller verfassten und auf den 1.7.2004 datierten Brief an das Amtsgericht Nürnberg zu seiner Befangenheit schrieb er aber: "Leider ist es so, dass ich in der vergangenen Woche bereits persönlichen Kontakt mit Herrn Mollath hatte". Diese Woche begann am 21.6.2004. Zwischen dem 5.5.2004 (Brief vom Amtsgericht Nürnberg an Gustl Mollath wegen der anstehenden Begutachtung durch Dr. Wörthmüller) und dem 21.6.2004 liegen 47 Tage. Die unterschiedlichen Angaben von Dr. Wörthmüller aus den Jahren 2004 und von 2012 sind daher in zentralen Punkten unvereinbar. Dr. Wörthmüller ist damit der Lüge überführt. Durch die Lüge von Dr. Wörthmüller ist letztlich auch die psychische Gesundheit von Gustl Mollath bewiesen. Denn Dr. Wörthmüller hatte dem Amtsgericht Nürnberg in einem Brief vom 5.7.2004 als neuen Gutachter Dr. Klaus Leipziger empfohlen und gab an, mit Dr. Leipziger auch bereits gesprochen zu haben. Dr. Klaus Leipziger wiederum hat dann später jenes Gutachten erstellt, auf dessen Grundlage Gustl Mollath dauerhaft in die Psychiatrie zwangseingewiesen wurde. Dr. Leipziger diagnostizierte damals bei Gustl Mollath in seinem Gutachten ein "paranoides Gedankensystem", zu dem es beispielsweise gehöre, dass Dr. Wörthmüller in das komplexe System der Schwarzgeldverschiebung verwickelt wäre. Durch die Lüge von Dr. Wörthmüller muss man es aber als erwiesen ansehen, dass Dr. Wörthmüller wie von Gustl Mollath schon 2004 behauptet und angezeigt zu den " Angesichts dieser neuen Erkenntnisse erscheint es möglich, dass Gustl Mollath noch heute freigelassen wird. Gestohlen wurden ihm dann 2.482 Tage seines Lebens durch die Zwangsunterbringung in der Psychiatrie. Oder zumindest ein großer Teil seiner Freiheit an diesen Tagen. Aber den zehnjährigen Kampf gegen hunderte Beteiligte und einen fast übermächtigen Gegner hat am Ende der gewonnen, der der normalste von allen in der ganzen Geschichte war und nun als stolzer Held in die deutsche Geschichte eingeht: Gustl Mollath. Weitere Informationen: "Gustl Mollath-Affäre: Psychiater soll sich in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung in einen Widerspruch verwickelt haben.", http://www.mmnews.de/index. "Die verschwiegene Lücke in der Berichterstattung über den Fall Gustl Mollath.", http://www.mmnews.de/index. Quellen: 1) Süddeutsche Zeitung, "Der dritte Mann", 29.11.2012, http://www.sueddeutsche.de/ 2) Brief von Gustl Mollath vom 5.8.2004 an das Amtsgericht Nürnberg, http://www.gustl-for-help.de/ 3) ZDF, Frontal21, 4.12.2012, "Abgeschoben in die Pssychiatrie", http://www.zdf.de/ 4) Brief von Dr. Wörthmüller an das Amtsgericht Nürnberg, datiert auf den 1.7.2004, http://www.gustl-for-help.de/ 5) Brief von Dr. Wörthmüller an das Amtsgericht Nürnberg, datiert auf den 5.7.2004, http://www.gustl-for-help.de/ 6) Brief vom Amtsgericht Nürnberg vom 5.5.2004 an Gustl Mollath, http://www.gustl-for-help.de/



