Investorlegende George Soros kauft wieder Gold. Angeblich hat er seine Goldposition um 50% aufgestockt und sitzt nun auf Edelmetallen im Gegenwert von 200 Millionen Dollar. Außerdem langt er bei Goldminen zu.
von Jochen Steffens
Investmentlegende George Soros erhöht seine Investitionen in Gold wieder. So sollen die Position im Bereich Gold-ETF um rund 50 Prozent von zuvor 884.000 Anteilen auf nunmehr 1,3 Millionen Anteile erhöht worden sein. Das entspricht einem Gegenwert von etwa 200 Millionen US-Dollar. Zudem wurden auch Anteile an Aktien von Unternehmen im Bereich Gold erhöht.
Sie kennen vielleicht noch meinen alten Vergleich: Wir Trader sind kleine Fische in einem großen Haifischbecken. Wir müssen schnell, agil, gewitzt und gelehrig sein, um nicht von den großen gefressen zu werden. Eine Taktik (unter vielen), die das Überleben sichert, lautet: Schwimme dicht hinter den großen Haien, denn da ist es am sichersten.
Übersetzt heißt das: Schau dir an, was die großen Jungs machen und überlege, ob das für die eigene Anlagestrategie passend ist.
Aber natürlich sollte man nicht alles blind nach traden. Denn oft genug vertun sich auch die großen Jungs. Aber gut, wenn Soros wieder in Gold einsteigt, werfen wir doch einmal einen Blick auf den Gold-Chart – vielleicht ist hier etwas Interessantes geschehen:

Mittlerweile ist die große Seitwärtsbewegung (blaues Rechteck) nicht mehr zu übersehen. Gold ist damit bisher perfekt den hier aufgestellten Prognosen (das Hoch in 2012 und die anschließende Seitwärtsbewegung) gefolgt.
Gefährlich werden Seitwärtsbewegungen immer erst dann, wenn sie für jeden ersichtlich sind. Dann kommt es gerne zu Fehlausbrüchen. Das sollten Sie im Hinterkopf behalten!
Nichts Neues zu erkennen
Aber im Moment ist die Welt der Seitwärtsbewegung noch vollkommen in Ordnung. Die Kurse sind an der oberen Begrenzung bei 1.790 Dollar abgeprallt und nun brav und idealtypisch zur Mittellinie gelaufen. Sollte diese sehr nachhaltig unterschritten werden, muss wieder mit Kursen um 1.530 Dollar gerechnet werden. Ich schreibe „sehr nachhaltig“, weil Kurse gerne um die Mittellinie eine Seitwärtsbewegung herum fluktuieren. Für einen Trade sind die Signale an der Mittellinie nur sehr beschränkt umsetzbar.
Warum kauft Soros Gold?
Warum also kauft Soros Gold? Aus charttechnischer Sicht ist hier noch nichts, was auf einen idealen Einstiegzeitpunkt schließen lässt, zu erkennen. Wahrscheinlich hängt das mit den Sorgen vor Inflation zusammen. Das zumindest sagt der seit der Wette gegen den US-Hypothekenmarkt berüchtigte Hedgefonds Manager John Paulson: „Wenn eine Inflation erkennbar wird, hat sich der Goldpreis wahrscheinlich schon weiter entwickelt“. Also steigt er jetzt schon ein.
Und damit bleibt es bei der altbekannten Frage im Zusammenhang mit Gold: Kommt die Inflation oder kommt sie nicht. Diese Frage ist allerdings immer noch nicht geklärt. Dazu eventuell morgen eine genauere Analyse (je nachdem wie viel Zeit bleibt).
Fazit: Die großen Jungs kaufen Gold. Man sollte den Goldpreis nun genau im Auge behalten. Sollte eine Stärke zu erkennen sein, könnte sich ein Einstieg lohnen. Noch ist allerdings aus charttechnicher Sicht eine solche Stärke nicht zu erkennen – vielmehr handelt es sich bisher lediglich um eine klassische Seitwärtsbewegung ohne weitere Prognosequalität.



