Dax-Vorstandschefs verteidigen Krisenpolitik der Euroländer und der EZB. Manager von Deutscher Bank, Commerzbank, Deutscher Post und Siemens fordern Lösung für demografische Probleme in Deutschland.
Die Vorstandschefs von Deutscher Bank, Deutscher Post und Siemens verteidigen Europas Strategie in der Euro-Krise sowie die Reformleistungen der Krisenstaaten. „Schauen Sie sich die sogenannten Krisenländer an. Fangen Sie bei Irland an und gehen Sie bis nach Griechenland und Sie müssen anerkennen, dass die Länder mehr leisteten, als man ihnen zugetraut hatte“, sagt Jürgen Fitschen, Co-Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank im Gespräch mit der „Welt“. „Wir erwarten weitere Schritte. Doch das Erreichte macht Mut.“
Kritiker werfen den EU-Regierungen zu schleppende Bemühungen bei der Lösung der Euro-Krise. Einige Beobachter sprachen von der schwersten Krise in der Geschichte der europäischen Einigung.
Frank Appel, Vorstandschef der Deutschen Post, sieht Europa hingegen auf dem richtigen Weg. „Es ist naiv anzunehmen, dass man die Probleme der Staatshaushalte mit nur einer Maßnahme und rasch lösen könnte. Man muss davon ausgehen, dass das lange dauert. Die europäischen Regierungen haben gut daran getan, sich Zeit zu lassen und Themen gewissenhaft abzuarbeiten.“
Siemens-Chef Peter Löscher lobt vor allem die Regierungen in Italien und Spanien für ihre Reformbemühungen. „Italien hat unter Mario Monti viel mehr erreicht, als in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde. Wenn mir das jemand vor etwas mehr als einem Jahr gesagt hätte, dann hätte ich geantwortet: Das ist nicht machbar. Auch die spanische Regierung unter Mariano Rajoy hat in kurzer Zeit schmerzhafte Strukturmaßnahmen eingeleitet.“



